DER STANDARD bringt in seiner Ausgabe vom 28. 10. einen Kommentar zum Thema "Der Gegenschlag" von Samo Kobenter

Wien (OTS) - In der FPÖ ist offenbar heillose Panik ausgebrochen, wie die Wortwahl ihres Klubobmanns Peter Westenthaler beweist. Er spricht von einem "ultimativen Gegenschlag", den die FPÖ gegen ihre Gegner führen werde, ganz so, als befände er sich in der letzten Phase einer aussichtslosen Schlacht. Das klingt nach Durchhalteparolen, die zur Beruhigung der eigenen Leute verschickt werden. Was an Sachverhaltsdarstellungen und Gegenanzeigen seitens der FPÖ nebenher noch verfasst wird, verzögert zwar die Ermittlungen der Behörden in der eigentlichen Angelegenheit, aufhalten können sie diese nicht.

Seltsam, wie wenig Mut zur Transparenz die angeblich so sehr um durchsichtige Strukturen bemühte FPÖ doch hat, wenn sie selbst ins Blickfeld öffentlichen Interesses rückt. Fast scheint es, als ob ein wenig Versilberung ausgereicht hätte, um der FPÖ einen Spiegel vorzuhalten: Wo sie wie durch Glas in den Morast der Korruption schauen wollte, erblickt sie plötzlich nur noch sich selbst. Ein vertrauter Anblick, würde man meinen, und kein Grund, so zurückzuschrecken. Denn niemand hindert die FPÖ daran, endlich der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zuzustimmen, wie es ihr Altparteiobmann ohnehin gefordert hat. Wäre sie an zügiger Aufklärung wirklich interessiert, würde sie der Forderung der Opposition zustimmen, anstatt zunehmend hysterische Ablenkungsversuche zu starten.

Interessant auch, wie eloquent sich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel der Realität verschließt. Zunächst sagte er gar nichts zu den Kalamitäten seines Juniorpartners, um dann das lösend- erlösende Wort zu finden: Eine Angelegenheit früherer Regierungen sei der Skandal, an denen, wie man weiß, die ÖVP nicht oder kaum beteiligt war.

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