Fischer: Unser Wald darf nicht verklopft werden

Wien (SK) Nationalratspräsident Heinz Fischer nahm heute am Nationalfeiertag in seiner Eigenschaft als Präsident der österreichischen Naturfreunde nochmals zu der von der Bundesregierung geplanten Veräußerung von riesigen Waldflächen aus dem Gemeinschaftseigentum der Bundesforste Stellung und forderte mit Nachdruck, auf dieses kurzfristige Geldbeschaffungsprojekt zu verzichten. "Es ist nicht zu verantworten, 40.000 oder 50.000 ha Wald an private Interessenten zu verkaufen, was einer Fläche von einem km Breite und 400 oder 500 km Länge entspricht", sagte Fischer gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Und wenn zur Verteidigung des größten Waldverkaufes in der Geschichte der Republik angeführt werde, dass es sich dabei um nicht viel mehr als ein Prozent der gesamten Waldfläche in Österreich handelt, dann müsse dem entgegen gehalten werden, dass es sich in Wahrheit um rund 10 Prozent des gesamten Waldbesitzes der Bundesforste handelt, und dass es sich vor allem um strategisch wichtige Flächen handelt. Es bestehe nämlich ein riesiger Unterschied, ob man Waldflächen in irgendwelchen unzugänglichen alpinen Regionen in größerer Höhe verkauft (für die man allerdings nicht allzuviel erlösen wird) oder ob es sich um Waldflächen in der Nähe von Siedlungsgebieten bzw. in der Nähe von Erholungsgebieten handelt.

Auch mit der Veräußerung von weniger als 40.000 oder 50.000 ha könne man den Zugang der erholungssuchenden Bevölkerung zu Ausflugszielen, zu Wanderwegen oder zu Einstiegen für Bergtouren in empfindlicher Weise reduzieren und unterbinden. Bei den österreichischen Naturfreunden aber auch bei zahlreichen Bürgermeistern in der Steiermark, im Salzkammergut, im restlichen Oberösterreich und in Salzburg würden Dutzende und hunderte Beschwerden über Einzelfälle einlaufen, wo Wege gesperrt und zahlreiche andere Maßnahmen getroffen werden, die nicht nur von den Naturfreunden sondern von allen alpinen Vereinen als schwere Beeinträchtigung ihrer Aufgaben und ihrer Aktivitäten betrachtet werden. "Diese Tatsache kann nicht geleugnet werden, und es ist traurig, dass der für diesen Bereich zuständige Landwirtschaftsminister nicht auf Seiten der alpinen Vereine und nicht auf Seiten der erholungssuchenden Bevölkerung steht, sondern dem Milliarden-Beschaffungsprogramm des Finanzministers die Mauer macht und weitere zehntausende Hektar Wald an Private verkaufen will."

"Der Nationalfeiertag ist eine gute Gelegenheit, um auf das gemeinsame Erbe an Wald und Natur aufmerksam zu machen, das auch in Zukunft der Allgemeinheit erhalten werden muss und nicht aus Profitinteresse an private Grundherren verklopft werden darf", schloss der Naturfreundepräsident. (Schluss) se/mm

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