• 25.10.2000, 11:41:38
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  • OTS0142

Angestellte der Nahrungs- und Genussmittelindustrie kündigen Druck auf Dienstgeberseite an

Provokantes Angebot der Unternehmer setzt Sozialpartnerschaft aufs Spiel

Wien (GPA/ÖGB) Nach dem vorläufigen Abbruch der KV-Verhandlungen
für die rund 10.700 Angestellten in der Nahrungs- und
Genussmittelindustrie kündigt die Gewerkschaft der Privatangestellten
nun entsprechenden Druck auf die Dienstgeberseite an und weist die
präsentierten Angebote als reine Provokation zurück. Nach den
Vorstellungen der Arbeitgeber soll es ab der diesjährigen Runde
künftig zu keinen IST-Gehaltserhöhungen kommen, was bedeutet, dass es
für rund 90 Prozent der Angestellten keine Gehaltserhöhungen mehr
geben solle. Durch die vorgeschlagene Erhöhung der Mindestgehälter
von 1,8 Prozent würden selbst MindestgehaltsbezieherInnen einen
realen Einkommensverlust erleiden. Im Bereich der
Lehrlingsentschädigungen ist die Dienstgeberseite zu überhaupt keiner
Anhebung bereit. Mit diesen Forderungen setzt die Dienstgeberseite
eine seit Jahrzehnten gut funktionierende sozialpartnerschaftliche
Zusammenarbeit mutwillig aufs Spiel.++++

Dass die Arbeitgeberseite jegliche weitere
Verhandlungsbereitschaft ausschließt und lediglich für unverbindliche
Gespräche zur Verfügung stehen will, stellt eine besondere
Provokation dar. Gerade angesichts der guten wirtschaftlichen
Rahmendaten sind die Forderungen der Arbeitgeber aus Sicht der
Gewerkschaft völlig inakzeptabel: der Personalaufwand liegt mit 14,5
Prozent deutlich unter dem Industriedurchschnitt von 21,1 Prozent.
Die Wertschöpfung der Branche beträgt +15 Prozent, der
Jahresüberschuss +46,6 Prozent. Demgegenüber steht eine
Beschäftigtenentwicklung von -5,6 Prozent im Jahr 1999 und Gehälter
der Angestellten in der Lebensmittelbranche die nur 85 Prozent des
Industriegehaltsdurchschnittes betragen.

Um für die Beschäftigten der Nahrungs- und Genussmittelindustrie
eine akzeptable Gehaltserhöhung sicherzustellen, wird seitens der
Gewerkschaft entsprechend der besonderen Situation Druck auf die
Arbeitgeberseite ausgeübt. Als bevorstehende konkrete Aktivitäten ist
eine österreichweite Betriebsrätekonferenz am 31. Oktober sowie
Betriebsversammlungen im Vorfeld der Verhandlungen am 2. November
geplant. (aw)

ÖGB, 25. Oktober 2000
Nr. 901

Rückfragehinweis: Mag. Martin Panholzer

Tel. (01) 313 93/511 DW oder. 0664/1253096

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