"Kleine Zeitung" Kommentar: "Mann für Frauen" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 25.10.2000

Graz (OTS) - Nach den Regeln der politischen Korrektheit kann es gute Frauenpolitik nur geben in einem eigenen Frauenministerium und dieses muss von einer Frau geleitet werden.

Beide Erfordernisse werden von nun an nicht erfüllt. Zuständig für Frauenangelegenheiten ist der Sozialminister und der ist jetzt ein Mann.

Ist das wirklich so schlimm?

In dieser trockenen Art sagte Herbert Haupt gestern, dass einem "männlichen Sozialminister mehr für die Frauen gelungen ist als allen Frauenministerinnen" zusammen. Damit wies er auf die simple Tatsache hin, dass es nicht auf den Namen des Ministeriums oder das Geschlecht des Amtsinhabers ankommt, sondern darauf, wer für was die Kompetenzen hat.

Dem immer von verdienten Sozialdemokratinnen geführten so genannten Frauenministerium (tatsächlich war es eine Sektion des Kanzleramts) hat man wirklich wichtige Kompetenzen nie gegeben, weil man sie dem ebenfalls immer von verdienter Sozialdemokraten geführten Sozialministerium nicht wegnehmen konnte.

Apropos: Die letzte Frauenministerin war zugleich auch für den Konsumentenschutz zuständig, damit sie überhaupt etwas zu reden hatte.

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