- Polster und Kartnig im NEWS-Interview zur Affäre Daum. - Polster: "Druck hat Daum kaputt gemacht", und: "Beckenbauer soll sich selbst bei der Nase nehmen".

- Kartnig: "Ich will Daum. Er und Osim wären ein Dreamteam." Vorausmeldung zu NEWS 43/00 vom 25. Okt. 2000

Wien (OTS) - In Interviews in der morgen erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS nehmen Toni Polster und Hannes Kartnig zur Affäre Christoph Daum Stellung: "Es ist verständlich, dass es irgendwann soweit gekommen ist. Man darf den Christoph Daum jetzt nicht auf den Scheiterhaufen werfen, nur weil er Drogen genommen hat." Polster weiter: "Als Trainer steht man unter einem wahnsinnigen Druck. Das ist vor allem in der deutschen Bundesliga oft sehr unmenschlich, was da abläuft. Da hat der Christoph Daum dann halt etwas gesucht, wie er den Irrsinn besser aushalten kann. Er hat nur den falschen Weg gewählt."

Eindeutig zweideutig ätzt Polster gegen die Daum-Kritiker. Polster: "Ich halte nichts davon im nachhinein auf einen am Boden liegenden draufzusteigen. Der Herr Beckenbauer und alle anderen, die jetzt so laut nach Strafe schreien, sollten sich selbst an der Nase nehmen."

Über den Drogenmißbrauch im deutschen Fußball sagt Polster allgemein: "Ob es noch andere Kokain-Süchtige in der Bundesliga gibt, weiß ich nicht, aber warum nicht? Diese Droge ist mittlerweile eine echte Seuche, aber es gibt auch viele Trainer, die saufen, bis sie von der Bank fallen."

Über Christoph Daums Zukunft sagt Polster: "Den Bundestrainer-Job kann er sich jetzt wohl in die Haare schmieren." Dennoch glaubt er an eine Fortsetzung der Karriere Daums: "Der ist einer der besten und erfolgreichsten Trainer der letzten 10 Jahre. Das hat er geschafft, weil er sehr hart gearbeitet hat, das kann ihm keiner wegnehmen."

Auch Sturm-Chef Hannes Kartnig äußert Verständnis für Christoph Daum. Kartnig zeigt sogar Interesse am gefallenen deutschen Star-Trainer: "Der Mann ist ein Top-Trainer, einer der weltbesten. Ich würde ihn sofort engagieren und Daum zusätzlich zu Osim auf die Trainerbank setzen. Ich meine das vollständig ernst. Die zwei wären ein echtes Dreamteam."

Vom Kokain im österreichischen Fußball wisse er, Kartnig, nichts. Kartnig: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kicker und Trainer bei uns so deppert sind. Bei uns tschechern die Leute halt. Sie brauchen sich ja nur die Schnapsnasen vom Dokupil anschauen...."

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