GPA-Frauen fordern Frauenministerium mit Frau als Ministerin

Mann im Amt der Frauenministerin ist ignorant und absurd

Wien (GPA/ÖGB). "Frau sein alleine qualifiziert
selbstverständlich nicht automatisch zum Amt der Frauenministerin, die Performance von Elisabeth Sickl war dafür wohl das beste Beispiel. Als Rückschluss daraus aber einen Mann zum Frauenminster zu bestellen, ist an Absurdität nicht mehr zu überbieten", meinte GPA-Frauenvorsitzende Christine Maier anlässlich der heutigen Angelobung von Herbert Haupt. "Durch die Abberufung Sickls hat die Bundesregierung eine personelle Fehlentscheidung eingestanden. Die Koalition wäre gut damit beraten, wenn sie nun auch im Bereich der Kompetenzenverteilung nachjustieren und wieder ein eigenständiges Frauenministerium schaffen würde", so Maier.++++

"Die Abschaffung des Frauenministeriums machte schon sichtbar, in welche Richtung die blau-schwarze Regierung gehen wird. Von einem Tag auf den anderen ist den berufstätigen Frauen sowie den Wiedereinsteigerinnen und Berufsrückkehrerinnen eine Stütze in der Vertretung ihrer Interessen abhanden gekommen. Dass jetzt noch dazu ein Mann zum 'Frauenminister' bestellt wurde, ist ignorant.”, fasst Maier die Position der GPA-Frauen zusammen.

Frauen brauchen eine Lobby, die ihre spezifischen Interessen vertritt und daher eine politische Basis auf der sie ihre Themen entfalten und entwickeln können.

"Wir verlangen eine Frauenpolitik, die dafür sorgt, dass Chancengleichheit, Einkommensgerechtigkeit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht zu leeren Worten verkümmern und das geht aus Sicht der GPA-Frauen nur mit einem eigenständigen Frauenministerium und einer Frau als Frauenministerin”, fordert Maier.(ff)

ÖGB, 24. Oktober 2000
Nr. 899

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