Metallindustrie: KV-Löhne und -Gehälter steigen um 3,7 Prozent

Altersteilzeit im Kollektivvertrag geregelt

Wien (MT/GPA/ÖGB). Dienstag morgen haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber nach sechzehnstündigen überaus schwierigen Verhandlungen auf einen neuen Kollektivvertrag für die Beschäftigten in Metallindustrie und Bergbau geeinigt.++++

Die Gewerkschaften haben eine Erhöhung der Ist-Löhne um 3,4 Prozent, mindestens jedoch um 650,- Schilling erreicht. Das bedeutet in den unteren Lohngruppen eine Erhöhung bis zu 4,3 Prozent.
Für die Ist-Löhne wurde zusätzlich wieder eine Verteiloption im Ausmaß von 0,5 Prozent der Lohnsumme vereinbart, dann gilt eine Erhöhung der Ist-Löhne um 3,2 Prozent. Kommt keine Betriebsvereinbarung über die Verteiloption zustande, müssen die Ist-Löhne jedenfalls um 3,4 Prozent erhöht werden.

Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter werden um 3,7 Prozent, mindestens jedoch 650 Schilling, erhöht. Der neue Mindestlohn beträgt 15.870,-. Die Aufwandsentschädigungen, Zulagen und Lehrlingsentschädigungen werden um 3,4 Prozent erhöht.

Monatslohn für Arbeiter
Ab 1. Jänner 2001 tritt für die ArbeiterInnen der Monatslohn in Kraft, auch in Betrieben ohne Betriebsrat. Berechnungsgrundlage für den Monatslohn ist der Grundlohn mal 167,4. Auszahlungstermin ist der Monatsletzte, Abweichungen davon sowie alle weiteren einzurechnenden Bestandteile wie Montagezulagen, Vorarbeiterzulagen etc. müssen durch Betriebsvereinbarung geregelt werden.

Altersteilzeit im KV geregelt
Im Rahmenrecht konnten außerdem folgende Verbesserungen erreicht werden: Die Altersteilzeit wurde im Kollektivvertrag geregelt, diese Regelung sichert u.a. die volle Auszahlung des Dienstjubiläums, ungekürzte Abfertigung auf Grundlage der Arbeitszeit vor Beginn der Altersteilzeit und die Auszahlung offener Zeitguthaben. Vor Abschluss einer Vereinbarung ist der Betriebsrat zu informieren.

Außerdem wurde der Krankengeldzuschuss ausgeweitet, die Karenzanrechnung ausgedehnt und es erfolgte eine Klarstellung hinsichtlich der Urlaubszuschüsse.

Rudolf Nürnberger, Vorsitzender der Gewerkschaft Metall - Textil sprach nach dem Abschluss von einer "extrem schwierigen Lohnrunde, das Ergebnis ist aber ein guter Kompromiss, mit dem beide leben können." Walter Laichmann, Leitender Sekretär der Sektion Industrie und Gewerbe in der GPA: "Der Abschluss war eine gelungene Bewährungsprobe für die Fortsetzung einer produktivitätsorientierten KV-Politik und stellt gerade in Zeiten sinkender Inlandsnachfrage ein wichtiges Signal dar".(hk)

ÖGB, 24. Oktober 2000
Nr. 895

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