Sozialminister Haupt nicht geeignet, Fraueninteressen zu vertreten

ÖGB-Frauen fordern Rückkehr zur Frauenpolitik

Wien (ÖGB). "Nach der Abschaffung des Frauenministeriums, ist mit der Bestellung eines Mannes zum 'Frauenminister' eine weitere Abwertung von Frauenangelegenheiten zu befürchten", ist ÖGB-Frauenvorsitzende und ÖGB-Vizepräsidentin Renate Csörgits im Zusammenhang mit der jüngsten Regierungsumbildung überzeugt.++++

"Seit dem Regierungsantritt der blau-schwarzen Koalition wird in Österreich statt Frauenpolitik nur noch Familienpolitik gemacht. Bereits unter Sozialministerin Sickl hat sich die Situation der Frauen sukzessive verschlechtert. Die Bestellung eines Mannes als Vertreter für Frauenfragen stellt aber einen neuen Tiefpunkt dar", kritisiert Csörgits. Eine vernünftige Frauenpolitik könne nur von Personen gemacht werden, die mit den typischen Problemen von Frauen vertraut seien. Das bisherige Programm der derzeitigen Bundesregierung lasse aber jegliche positive Ansätze vermissen.

"Nach allem, was die beiden Regierungsparteien bisher an sozialpolitischen Maßnahmen vorgelegt haben, muss ich, ohne jede Vorverurteilung, bezweifeln, dass sich Haupt etwa durch den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen oder durch ambitionierte Maßnahmen für Wiedereinsteigerinnen hervor tun wird", so Csörgits. Es gäbe einfach sehr spezifische Erfahrungen im Leben einer Frau, die ein Mann nicht nachvollziehen könne.

"Ein 'Frauenminister' steht für mich in völligem Widerspruch zu den Anforderungen an eine faire Frauenpolitik für alle Österreicherinnen. Diese Personalentscheidung der FPÖVP-Regierung zeigt einmal mehr, dass Frauenpolitik derzeit nicht existiert", schließt Csörgits. (hk)

ÖGB, 23. Oktober 2000
Nr. 893

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Heidemarie Kargl
Telefon (01) 534 44/480 DW
Fax (01) 533 52 93
E-Mail: presse@oegb.or.at
Homepage: www.oegb.at

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB