SJ Wien: Schwerverletzte nach Haiderkundgebung in Wien

FPÖ-Symphatisanten schlagen drei SJ-Mitglieder krankenhausreif Wien

Wien (OTS) Am vergangenen Freitag, im unmittelbaren Anschluss an die Haider-Kundgebung in der Wiener Stadthalle wurden der Journalist János Fehérváry, Daniel Benyes und Robert Holubarz von offensichtlichen Sympathisanten der FPÖ, die gerade die Stadthalle verlassen hatten, brutal niedergeschlagen. Die Bilanz dieses Vorfalls: zwei Schwerverletzte, ein Verletzter. János Fehérváry wurde von der Rettung direkt vom Ort des Geschehens mit dem Verdacht auf Schädel-Hirn-Trauma ins Hanusch-Krankenhaus eingeliefert. Die Diagnose: Schädelprellung, Gehirnerschütterung und eine offene Wunde am Oberarm. Nach einer Nacht auf der Intensivstation befindet sich Fehérváry glücklicherweise auf dem Weg der Besserung. Daniel Benyes erlitt eine stark blutende Platzwunde am Kopf, etliche Blutergüsse und Schürfwunden. Gestern, Sonntag, wurde im Wiener AKH ein gebrochener Mittelfinger diagnostiziert. Glück im Unglück war, dass der danebenliegende Nerv knapp verfehlt wurde. Robert Holubarz, kam mit einem geschwollenen Gesicht, einigen Abschürfungen und dem Schrecken davon. ****

Auf dem Weg zur U-Bahn, auf der Hütteldorferstraße, passten sieben FPÖ-Sympathisanten die Gruppe ab. Mit Parolen wie: "Ihr gehörts uns", "Wir schleifen euch die Hütteldorferstraße entlang", "Was der Haider nicht machen kann, das führen wir aus" und "Drinnen wird geredet und da wird gehandelt" machten sie schnell klar, worum es ihnen ging. Auch der mehrmalige Versuch der SJ-Mitglieder, die FPÖ-Schläger zu beruhigen und schließlich zu entkommen konnten die Situation nicht deeskalieren. Das mitgeführte Transparent mit dem Titel "Wien darf nicht Kärnten werden" wurde zuerst zerrissen und dessen Stangen dienten dann den wildgewordenen Haiderfans als Waffen gegen die fünf Jugendlichen. Zwei von ihnen konnten entkommen und alarmierten sofort die Polizei. Fehérváry, Benyes und Holubarz waren zehn Minuten hilflos den Schlägern ausgeliefert. Die Gewaltaktion gipfelte darin, dass der Journalist von einem Messer bedroht in eine Ecke gedrängt wurde. Als die FPÖ-Schläger aber die Polizei von weitem kommen sahen, kehrte bei diesen eine zynische Art der Vernunft ein: "Stich die linke Sau nicht ab, der ist es nicht wert." Gesagt, getan, geflüchtet. Dank der Wiener Polizei konnten die rechtsradikalen Täter noch am gleichen Abend gestellt werden.

Zutiefst betroffen und geschockt ist der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Wien, Thomas Landgraf: "Wir haben in der politischen Auseinandersetzung in diesem Land offenbar einen Punkt erreicht, wo Menschen wegen ihrer Überzeugung ihres Lebens nicht mehr sicher sein können. Die beängstigende Frage ist jetzt, ob erst Menschen wieder ihr Leben lassen müssen, damit jeder versteht, welches System und welche Geisteshaltung hinter solchen Anschlägen stehen." "Wenn Haider in der Wiener Stadthalle davon spricht, mit dem 'linken Gesindel' aufräumen zu wollen, um dem 'demokratischen Wildwuchs' in diesem Land ein Ende zu bereiten und 'die konsequente Beseitigung' von Menschen fordert, dann sagt er nichts anderes als 'geht auf die Straße und knöpft sie euch vor'. Wäre die FPÖ eine glaubwürdig demokratische Partei, dann würde sie mit der Gewalt nicht liebäugeln und ihre Sprache mäßigen", so Landgraf weiter. Auch nach diesem traurigen Ereignis wird die Sozialistische Jugend Wien nicht aufhören, sich der FPÖ und dieser Bundesregierung gewaltfrei und mit demokratischen Mitteln entgegenzustellen. "Kein Weisenbericht, keine Regierungsbeteiligung und keine Pseudo-Obfrau Riess-Passer können diese FPÖ jemals reinwaschen. Mehr denn je braucht Österreich heute Zivilcourage und ein 'Nein' aller Demokratinnen und Demokraten zu den Freiheitlichen und ihrer Vorstellung des Regierens", appelliert Landgraf, denn "mir wird Angst und Bang, wenn das Kabas´ Vorstellungen von einem 'sicheren Wien' sind." Abschließend fordert der Vorsitzende eine öffentliche und uneingeschränkte Entschuldigung bei den Opfern: "Das ist das Mindeste was ich von der FPÖ verlange." (Schluss)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Landgraf Fon:
+43 699 1 713 8 713
E-Mail: thomas.landgraf@sj-wien.at

Sozialistische Jugend Wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DSW/DSW