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Klagenfurt (OTS) - "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Zurück zu den Wurzeln=

Utl.: Ausgabe vom 10. Okt. 2000=

Torschlusspanik spricht aus den jüngsten
wort-Gewalt-igen Auswürfen der FPÖ. Die Wahlniederlage in der Steiermark, die Vorwürfe zur "Spitzelaffäre" und der Sinkflug in Umfragen - während die ÖVP sich eines Hochs erfreut - haben ihre Spuren hinterlassen. Jetzt setzt wohl das ein, was der Wiener FP-Chef Kabas in einer ersten Reaktion auf die Wahl in der grünen Mark angekündigt hatte: Die Partei müsse sich auf ihre Kernthemen besinnen -Kampf gegen Drogen und Ausländer.

Jetzt gilt es also, das freiheitliche Profil zu schärfen - ganz gleich, auf welche Kosten. Einen gefühligen Wust altbekannter Klischees schüttete Haider rhetorisch über Kritiker, Gegner und Koalitionspartner und andere Dornen im Auge der FPÖ. Was fehlt, sind politische Sachargumente. Gegen "linkes Gesindel" zu wettern, dem Innenminister vorwerfen, bei einer humanitären Organisation in die Lehre gegangen zu sein und sich in belasteter Diktion zu erschöpfen -das ist ein dürftiges Angebot für Wähler.

Opfer der Worteskalationen sind Ausländer, die sich in Feindbildern und Vorurteilen wiederfinden. "Viel zu viele Illegale, Straftaten, Drogenhändler" leben in Österreich, vernehmen die Zuhörer Haiders. Das "Fremde" wird zum enorme Ausmaße annehmenden Problem stilisiert. Denn wie viel ist "viel zu viel"? Die FPÖ bietet eine einfache Lösung dieses "Problems" an: "Konsequente Beseitigung." Wortgewalt bekommt eine Dynamik, das sollten sich alle überlegen, die dulden, wie Menschen sprachlich "beseitigt" werden. Vielleicht sind sie demnächst selbst einmal die Opfer.

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