OeNB - "Hat das Geld noch Zukunft? Die Auswirkungen des elektronischen Geldes auf die Geldpolitik und auf die Stabilität des Finanzsystems"

Presseaussendung von Frau Vize-Gouverneur

Wien (OTS) - Dr. Tumpel-Gugerell anlässlich der von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und
der OeNB am 20.10.2000 veranstalteten Podiumsdiskussion

Anlässlich einer von der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften und der Oesterreichischen
Nationalbank veranstalteten Diskussion zum Thema "Die
Auswirkungen des elektronischen Geldes auf die Geldpolitik und
auf die Stabilität des Finanzsystems" betonte die
Vize-Gouverneurin der Oesterreichischen Nationalbank,
Dr. Tumpel-Gugerell, neuerlich die Notwendigkeit der Schaffung geeigneter, dem Technologiewandel im Finanzwesen Rechnung
tragender aufsichtsrechtlicher Rahmenbedingungen.

Die zahlreichen für Finanzdienstleistungsunternehmen und -infrastrukturen relevanten "e-" Entwicklungen seien dem Prinzip nach zu begrüßen, zumal diese geeignet sind, einen maßgeblichen Beitrag zur allgemeinen Effizienzsteigerung zu erbringen. Gleichzeitig sind mit dem zunehmenden Stellenwert der Informationstechnologie im Bank- und Geldwesen neue
Systemrisiken im Entstehen begriffen, die das erhöhte Augenmerk
der Aufsichtsorgane des Eurosystems auf sich ziehen.

So gelte es neben der genauen Beobachtung allfälliger geldpolitischer Implikationen insbesondere Aufsichtsmaßnahmen zu setzen, die geeignet sind, die Stabilität der Finanzsysteme zu gewährleisten, das Vertrauen der Bevölkerung in die
Zahlungsmedien und -systeme zu erhalten sowie Schutz vor missbräuchlicher Systemverwendung zu bieten.

Mit Verabschiedung der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die Aufnahme, Ausübung und Beaufsichtigung
der Tätigkeit von e-Geld-Instituten werden klare Regeln und Bedingungen festgelegt, unter denen e-Money in Europa ausgegeben werden kann.

Eine effektive Zahlungssystemaufsicht, so
Dr. Tumpel-Gugerell, wird im Eurosystem für die
Aufrechterhaltung der Systemstabilität, d.h. die Eingrenzung der Systemrisiken und die Sicherheit der neuen Zahlungsmedien, sowie für die Absicherung der geldpolitischen Transmissionskanäle sorgen.

Regulatorische Harmonisierung und international konsistente Rahmenbedingungen liegen im Interesse aller Beteiligten - der Kunden, der Anbieter und der Aufseher. Auch die Oesterreichische Nationalbank muss daher die auf Europäischer Ebene für die Systemsicherheit formulierten Mindeststandards auf nationaler
Ebene durchsetzen können.

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