Werbesteuersenkung greift

Freiwerdende Mittel werden in höheres Schaltvolumen investiert - Ruttinger: "Werbeabgabe ab 2003 gänzlich abschaffen"

Wien (PWK905) - Die Berufsgruppe Werbung & Marktkommunikation ist die zwölftgrößte der Wirtschaftskammer Österreich und plant den Sprung unter die "Top 10". "Über 13.000 Mitgliedsbetriebe können sich über eine Sonderkonjunktur freuen, die ein Senkung der früher 10-%igen Anzeigenabgabe auf 5 % bringt. Die freiwerdenden Mittel werden von der Wirtschaft fast ausnahmslos in ein höheres Schaltvolumen investiert", sagte Walter Ruttinger, Vorsteher des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation, bei einer Pressekonferenz.

Nach fast einem halben Jahr Praxis der nunmehr bundeseinheitlichen Werbeabgabe wurde seitens des Fachverbandes eine Analyse erstellt, welche Auswirkungen die Abgabensenkung mit sich bringt. Im Mittelpunkt stand dabei die Beantwortung zweier wichtiger Fragen:

1. Ob Medien, die die Werbeabgabe abführen, deren Senkung zu einer Preiserhöhung des Tarifs benützt haben.
2. Ob werbungstreibende Auftaggeber die eingesparten Mittel tatsächlich in höheren Werbedruck reinvestieren.

Eine Analyse der Mediaagentur PanMedia Western zeigt eine vorbildliche Preisdisziplin der österreichischen Medienlandschaft, die den Steuervorteil fast lückenlos weitergegeben hat. Gleichzeitig kann die Feststellung getroffen werden, dass die Auftraggeber ihre Werbeausgaben im Jahresvergleich nicht nur um den Steuervorteil, sondern noch deutlich darüber hinaus erhöht haben.

Wie der Fachverband Werbung & Marktkommunikation feststellt, waren demnach Vorbehalte, ob eine Steuersenkung zusätzliche Impuls bringt, unbegründet. Durch höhere Einschaltfrequenzen in den Medien ist zusätzlicher Werbe- und damit Wettbewerbsdruck entstanden, der letztlich für die Konsumenten Kostenvorteile bringt.

Unter diesem Gesichtspunkt verlangt die Kommunikationsbranche eine restlose Abschaffung auch der verbliebenen 5 % Kommunikationssteuer, die nach wie vor ein weltweites Unikat darstellt. "Der Fachverband Werbung & Marktkommunikation wird sich in der Politik für eine endgültige Abschaffung der Werbeabgabe im Jahr 2003 einsetzen, wenn ein ausgeglichener Staatshaushalt erzielt sein wird", erklärte Ruttinger.

Die Konjunktur in der Werbung und Marktkommunikation bleibt auf stabilem Niveau. Laut einer Umfrage des Instituts für Gewerbe und Handelsforschung (IfGH) blieben die Auftragsbestände im 3. Quartal 2000 mit durchschnittlich 13,5 konstant. "27% der Betriebe rechnen in den nächsten Monaten mit steigenden Auftragseingängen. Das ist die optimistischste Einschätzung seit 1995", stellte IfGH-Mitarbeiter Thomas Oberholzner fest. Entsprechend dieser Konsolidierung auf hohem Niveau wollen die Betriebe ihren Personalstand um rund 3% aufstocken.

Positives weiß auch Josef Leitner, Geschäftsführer von Focus Media Research zu berichten. Der gesamte Werbeaufwand stieg heuer im Zeitraum Jänner bis September um 7,7%. Den größten Anteil am Werbekuchen von knapp 20 Mrd Schilling haben die Printmedien mit rund 10.9 Mrd Schilling (+10,4%), gefolgt von TV mit 4,7 Mrd Schilling (+13,3%) und dem Hörfunk mit 1,5 Mrd Schilling (+2%). Ein erstaunliche Entwicklung spielt sich derzeit im Segment Kommunikationstechnik ab. Während die Werbeausgaben im Bereich Mobilfunk und Festnetzbetreiber nur noch moderat wachsen, haben sich die Ausgaben der Internet Provider innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht. (MH)

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