OeNB - Die österr.Zahlungsbilanz in den Monaten Jänner bis August 2000

Auf Basis von Zahlungsströmen; "Cash-Basis"

Wien (OTS) - Die österreichische Leistungsbilanz ergab für den Berichtszeitraum Jänner bis August 2000 ein Defizit in Höhe von -4,26 Mrd. Euro (58 1/2 Mrd. S); gegenüber der Vergleichsperiode 1999 ist das Leistungsbilanzdefizit um 1,89 Mrd. Euro höher.
Dabei bestätigen die Augustwerte mit dem - das Ergebnis der Leistungsbilanz bestimmenden - Anstieg des Defizits der
Teilbilanz Warenzahlungen den Trend der Vormonate.

Der Saldo der Warenzahlungen schloss in der Periode Jänner bis August 2000 mit einem um 1,80 Mrd.Euro höheren Defizit von
-5,32 Mrd. Euro ab. Die Zahlungen für Warenimporte stiegen hiebei mit +18 % stärker als die Exporterlöse mit +15 %. Das Durchschlagen der im Vergleich zu 1999 höheren Rohölpreise und
des USD-Kursanstiegs spiegelt sich importseitig in den
Zuwachsraten ebenso wider wie die import- und exportseitig real messbare positive Außenhandelsentwicklung als Ergebnis der guten Konjunktur Österreichs und seiner wichtigsten Handelspartner.

Die Dienstleistungsbilanz zeigte in den ersten acht Monaten
2000 ein Aktivum von 3,08 Mrd. Euro gegenüber 3,35 Mrd. Euro im entsprechenden Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Reiseverkehr als eine der wichtigsten Komponenten wies einen um 193 Mio. Euro geringeren Überschuss auf; die Reiseverkehrsausgaben der Österreicher im Ausland wuchsen mit 7 % deutlich stärker als die Reiseverkehrseinnahmen mit 3 %.

Das Nettodefizit in der Einkommensbilanz lag mit
-0,75 Mrd. Euro leicht unter demjenigen der Vergleichsperiode
des Vorjahres (-0,88 Mrd. Euro). Die höheren Nettoabflüsse aus Direktinvestitionseinkommen wurden durch die positive Entwicklung der Einkommen aus Sonstigem (Nettozuflüsse nach dem im Vergleichszeitraum 1999 Nettoabflüsse verzeichnet worden waren) sowie niedrigere Nettozahlungen für Einkommen aus Portfolioinvestitionen mehr als kompensiert.

Das Defizit der Laufenden Transfers war mit -1,27 Mrd. Euro
etwas geringer als in der Vergleichsperiode des Vorjahres
(-1,32 Mrd. Euro), jenes der Vermögensübertragungen mit
-0,18 Mrd. Euro höher (Vergleichswert 1999: -0,11 Mrd. Euro).

Die Kapitalbilanz schloss im Berichtszeitraum mit einem im Vergleich zu den ersten acht Monaten 1999 höheren Nettokapitalimport. Für diese Entwicklung waren einerseits die deutliche Abnahme der Nettokapitalabflüsse aus Portfolioinvestitionen und andererseits der Anstieg der Nettokapitalimporte im Bereich der Sonstigen Investitionen bestimmend.

Im Wertpapierverkehr mit dem Ausland waren für den Zeitraum Jänner bis August 2000 deutlich gesunkene Nettokapitalexporte zu verzeichnen (-0,16 Mrd.Euro nach -3,06 Mrd.Euro). Maßgebend dafür war ein um 6,23 Mrd. Euro höherer Erwerb von inländischen Wertpapieren durch ausländische Anleger im Ausmaß von
21,08 Mrd. Euro, wobei es sich zu einem wesentlichen Teil um langfristige festverzinsliche Wertpapiere handelte. Die Veranlagungen von Österreichern in ausländischen Wertpapieren nahmen um 3,34 Mrd. Euro auf 21,24 Mrd. Euro zu, mit einem Anstieg der Veranlagungen in Anteils- und in Geldmarktpapieren.

Die Direktinvestitionen des Auslands waren im Berichtszeitraum mit 1,55 Mrd. Euro um 0,45 Mrd. Euro höher, die
Direktinvestitionen Österreichs im Ausland mit 1,53 Mrd. Euro um 0,25 Mrd. Euro niedriger als in der Vergleichsperiode 1999.

Die Kapitalströme unter dem Titel Sonstigen Investitionen (überwiegend das Ergebnis der grenzüberschreitenden Einlagen- und Kreditbewegungen des Bankensystems) ergaben einen
Nettokapitalimport von 3,60 Mrd. Euro.

Die Transaktionen in den übrigen Positionen der Kapitalbilanz zeigten einen Netto-kapitalimport von insgesamt 0,15 Mrd. Euro gegenüber 1,91 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum.

ZAHLUNGSBILANZDATEN FÜR August Jän. bis Aug. 2000 1999 2000 1999
in Mrd Euro

Leistungsbilanz ............. -0,62 -0,29 -4,26 -2,37 -----------------------------------------------------------------

Warenzahlungen ............ -0,80 -0,40 -5,32 -3,52 Eingänge ............... 6,07 5,88 48,67 42,30 Ausgänge ............... 6,87 6,28 53,99 45,82 Dienstleistungen .......... 0,28 0,35 3,08 3,35 Eingänge ............... 2,23 2,10 16,05 15,28 Ausgänge ............... 1,96 1,75 12,97 11,93 hievon: Reiseverkehr ..... 0,15 0,20 1,61 1,80 Eingänge ............... 1,16 1,17 7,76 7,56 Ausgänge ............... 1,01 0,97 6,16 5,76 Einkommen ................. 0,06 -0,05 -0,75 -0,88 Eingänge ............... 0,81 0,58 7,57 5,79 Ausgänge ............... 0,76 0,64 8,31 6,67 Laufende Transfers ........ -0,16 -0,19 -1,27 -1,32 Eingänge ............... 0,23 0,16 1,81 1,68 Ausgänge ............... 0,38 0,35 3,09 3,00 -----------------------------------------------------------------

Vermögensübertragungen ...... -0,02 0,00 -0,18 -0,11 -----------------------------------------------------------------

Kapitalbilanz ............. 0,41 0,11 3,59 0,68 -----------------------------------------------------------------

Direktinvestitionen ....... -0,03 -0,38 0,02 -0,69 Portfolioinvestitionen .... -1,31 0,19 -0,16 -3,06 Sonstige Investitionen .... 1,75 -0,19 3,60 2,52 Finanzderivate ............ 0,22 -0,18 -0,06 -0,26 Offizielle Währungsreserven 1) -0,22 0,67 0,20 2,17 -----------------------------------------------------------------

Statistische Differenz ...... 0,24 0,18 0,85 1,80 -----------------------------------------------------------------

1) Zunahme: -; Abnahme:+.

Rundungen können Rechnungsdifferenzen ergeben

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