AK: Regierung baut Bildungs- und Zukunftschancen ab

Kürzungen beim Bildungsbudget treffen alle, die durch Bildung vorwärts kommen wollen

Wien (AK) - Als Abbau von Bildungs- und Zukunftschancen, der nur
die Kinder reicher Eltern verschont: So kritisieren die AK BildungsexpertInnen die aktuellen Pläne der Regierung für Kürzungen in sämtlichen Bildungsbudgets. Gefährdet sind unter anderem die ganztägigen Schulen für Kinder berufstätiger Eltern, die berufsbildenden Schulen werden noch mehr SchülerInnen als bisher abweisen müssen, die Jugendarbeitslosigkeit wird steigen, Weiterbildung wird teurer - und viele Kinder von Klein und Mittelverdienern und Berufstätige werden sich durch Studiengebühren ein Studium nicht mehr leisten können. Überdies fehlen im Unterrichtsbudget 5 Milliarden Schilling, um nur den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten. In Summe schaden die Regierungspläne allen, die durch bessere Bildung vorwärts kommen wollen, ergibt die Analyse der AK. ****

Bessere Bildungschancen durch mehr ganztägige Schulen und Integrationsklassen, durch ausreichend Plätze in den berufsbildenden Schulen, durch dauerhafte Lösungen in der Berufsausbildung für Jugendliche, durch Förderung der Weiterbildung, durch bessere Vereinbarkeit von Studium und Beruf: Dafür hätte die Regierung Maßnahmen setzen müssen. Die Budgetpläne im Bildungsbereich bewirken aber das genaue Gegenteil, analysieren die AK BildungsexpertInnen:

- Bis zu 5.500 LehrerInnen weniger soll es bis 2004 in den Pflichtschulen geben. Gekürzt werden muss dadurch das Angebot an Integrationsklassen und ganztägigen Schulen. Damit wird es vor allem für berufstätige Frauen schwieriger, Beruf und Familie zu vereinbaren. Wien muss bereits im kommenden Schuljahr bis zu 1.200 LehrerInnen weniger beschäftigen und ist damit am schwersten betroffen.

- Das Budget für berufsbildende Schulen wird eingefroren - obwohl das Bildungsministerium selbst mit einem Anstieg der SchülerInnenzahl um 4.000 (von 121.000 auf 125.000) rechnet. Damit werden SchülerInnen von Schulen für zukunftsweisende Ausbildung abgewiesen werden müssen, nicht zuletzt in Informations- und Telekommunikationsberufen.

- Für Jugendliche, die keine Lehrstelle im Betrieb finden, hat die Regierung bereits die Lehrlingsstiftungen abgeschafft, und die Berufslehrgänge laufen im Sommer aus. Fürs nächste Jahr ist gar kein Geld vorgesehen - ein Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ist absehbar.

- Die Weiterbildung wird teurer - indem die Regierung die Honorarkosten für Lehrende in der gesamten Weiterbildung um ein Drittel verteuert. Gleichzeitig wird das bereits gekürzte Budget zur Erwachsenenbildung eingefroren. Gerade ArbeiterInnen und einfache Angestellte werden sich die dadurch höheren Kurskosten nur noch schwer leisten können.

-Durch Studiengebühren und ungenügende soziale "Abfederung" durch Stipendien schafft die Regierung neue Zugangsbarrieren für Jugendliche aus ArbeitnehmerInnenfamilien. Berufstätige Studierende werden aufgrund längerer Studienzeiten finanziell besonders belastet.

- Schließlich fehlen im Unterrichtsbudget rund 5 Milliarden, um nur den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten. Es ist daher mit weiteren Verschlechterungen im Bildungssystem zu rechnen.

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