AK verlangt Rabatte für Konsumenten bei Buchkäufen

AK prüft Beschwerde bei EU-Kommission

Wien (AK) - Die AK kritisiert, dass die Buchhändler die wenigen konsumentenfreundlichen Bestimmungen des neuen Buchpreisbindungs-Gesetzes mangelhaft umsetzen: Das geht auf Kosten der Leser, da kaum ein Buchhändler seinen Kunden den gesetzlich möglichen Preisnachlass gewährt. Lediglich Libro und Amadeus geben Rabatte, Kundenkarten werden nur in zwei Buchhandlungen - Amadeus, Bücherzentrum - angeboten. Ebenso werden mögliche Preisvorteile von importierten Büchern nicht an die Konsumenten weitergegeben. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der AK in 14 Wiener Buchhandlungen. Die AK prüft nun eine Beschwerde bei der EU-Kommission. Außerdem sollen die Verlags- und Buchhändler Reformvorschläge machen, die das Kulturgut Buch auch künftig sichern, verlangt die AK. ****

Seit Juli gibt es ein neues Buchpreisbindungs-Gesetz. Den Buchhändler wird vom Verleger oder Importeur der Endverkaufspreis vorgeschrieben. Damit wird auf eine veraltetes Regulierungssystem zurückgegriffen, kritisiert die AK. Neu ist lediglich, dass Buchhändler ihren Kunden bis zu fünf Prozent Rabatt gewähren dürfen.

AK Wien Erhebung: Keine Rabatte
Eine aktuelle Erhebung der AK in 14 Wiener Buchhandlungen zeigt:
+ Lediglich Libro und Amadeus gewähren ihren Kunden Rabatte.
+ Die üblichen Kundenkarten werden nur in zwei der erhobenen Buchhandlungen angeboten: Amadeus-Kunden erhalten zwischen drei und fünf Prozent Rabatt. Bücherzentrum-Kunden wird beim Kauf von 16 Büchern eine Überraschung zugesagt.
+ Nur ein Sachbuch von 13 untersuchten Büchern war in Österreich billiger als in Deutschland. Buchimporteure können jetzt unter bestimmten Umständen ihre erzielten Preisvorteile an die Konsumenten weitergeben. Die AK hat daher auch die Preisunterschiede bei 13 Büchern zwischen Deutschland und Österreich geprüft.

AK prüft Beschwerde bei EU
Dieses fast einheitliche Verhalten, die neuen gesetzlichen Möglichkeiten nicht umzusetzen, wirkt sich zum Nachteil der Konsumenten aus. Rabatte in der Höhe von 5 Prozent gefährden sicher nicht das Kulturgut Buch, aber möglicherweise die geschäftlichen Interessen der Branche, kritisiert die AK. Die AK prüft daher eine Beschwerde bei der EU-Kommission.

Dauerhafte Lösung suchen
Die AK fordert die Verlags- und Buchhändler auf, Reformvorschläge zu machen, die das Kulturgut Buch sichern. Das österreichische Gesetz ist auf fünf Jahre begrenzt. Außerdem hat die EU-Kommission noch nicht die deutsche vertragliche Vereinbarung zur Buchpreisbindung genehmigt. Ein Verbot dieser Vereinbarung hätte auch massive Auswirkungen auf Österreich.

Möglich wäre ein selektives Vertriebssystem, wonach Buchhandlungen bevorzugt beliefert werden, wenn sie bestimmte Qualitätskriterien erfüllen. Dabei könnte die Zahl der geführten Buchtitel, die Anzahl und Qualifikation der Angestellten, das Beratungsservice und die Ausstattung der Buchhandlung entscheidend sein. Auch die Höhe der Buchhändlerrabatte könnte an diese Kriterien gebunden werden. Die Konsumenten haben dadurch mehr Auswahl und zugleich bleiben qualifizierte Arbeitsplätze erhalten, sagt die AK.

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