Schwarzböck: Vorbereitungen für Bauernstromvertrag laufen auf Hochtouren

Ziel: Versorgung der Land- und Forstwirtschaft zu günstigen, einheitlichen Tarifen

Wien, 19. Oktober 2000 (AIZ). - Der Beschluss des Energie-Liberalisierungsgesetzes vom 5. Juli 2000 schuf die Rahmenbedingungen für die vollständige Liberalisierung des österreichischen Strommarktes. Ab 1. Oktober 2001 kann jeder Stromkunde seinen Strom dort kaufen, wo er am billigsten angeboten wird. "Um gegenüber unseren EU-Kollegen wettbewerbsfähig zu bleiben, spielt ein niedriger Strompreis besonders für die Land- und Forstwirtschaft eine be-deutende Rolle. Elektrischer Strom ist nämlich eines der wichtigsten Betriebsmittel. Die Landwirtschaftskammern treten daher als erste Interessenvertretung österreichweit geschlossen auf, um für ihre Mitglieder bundesweit einheitliche und günstige Stromtarife zu verhandeln", erklärte heute der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Rudolf Schwarzböck. ****

Ab 1. Oktober 2001 wird durch Konkurrenz zwischen den Stromanbietern, ähnlich wie im Bereich Telekommunikation, der Wettbewerb um Kunden einsetzen. Ein Blick über die Grenzen, beispielsweise nach Deutschland, zeigt, dass nach der Strommarkt-Liberalisierung die Preise um bis zu 30 % gefallen sind. Weiterhin vom "freien Markt" ausgenommen bleiben die Leitungsnetze, die als "natürliche Monopole" vom Wettbewerb verschont bleiben. Dadurch ist aber auch sichergestellt, dass weiterhin alle Stromkunden mit elektrischer Energie versorgt werden müssen. Allerdings ist es notwendig, die österreichischen Netzkosten noch auf ein im europäischen Vergleich übliches, niedrigeres Niveau festzusetzen.

Ausschreibung für Stromlieferanten

"Die Präsidentenkonferenz setzt gemeinsam mit den Landwirtschaftskammern schon vor dem Liberalisierungszeitpunkt konkrete Aktivitäten zur Senkung der Energiekosten für die heimische Landwirtschaft. In einer Ausschreibung lädt die Bauernvertretung sowohl österreichische wie auch ausländische Energieversorger ein, die Landwirte ab dem 1. Oktober 2001 mit Strom zu beliefern. Mit den besten Bietern werden dann konkrete Verhandlungen geführt. Es wird erwartet, dass bis Jahresanfang 2001 ein Vertragspartner für unsere Bauern feststeht", so Schwarzböck.

"Einer Vielzahl von Abnehmern steht auf dem Elektrizitätsmarkt nur eine Hand voll Anbieter gegenüber. Und diese konzentrieren sich weiter zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Strommarkt durch Zusammenschlüsse und Kooperationen. Um dieser Branche überhaupt als Partner gegenüberstehen zu können, müssen die Land- und Forstwirte gemeinsam mit gebündelter Nachfrage am Markt auftreten, um den bestmöglichen Strompreis erzielen zu können", bekräftigte Schwarzböck.

Warnung vor übereilter Vertragsverlängerung

"Angesichts der bevorstehenden Liberalisierung versuchen die Elektrizitätsversorgungsunternehmer derzeit noch die Gunst der Stunde zu nutzen und ihre Kunden durch bescheidene Preissenkungen weit über den Liberalisierungszeitpunkt hinaus vertraglich an sich zu binden. Diese lange Bindung steht meist in keinem Verhältnis zu den angebotenen Preissenkungen. Eine Verpflichtung über den 1. Oktober 2001 hinaus sollte genau überlegt werden, da dadurch die Chance, an einer österreichweiten preiswerten Bauernstromlösung teilzunehmen, nicht oder erst verspätet genutzt werden kann", erklärte Schwarzböck abschließend.
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