Greenpeace warnt: Überschwemmungen durch Klimawandel

Politiker müssen endlich Klimaschutzmaßnahmen ernst nehmen

Wien (OTS) - Die verheerenden Überschwemmungen mit über 20 Toten und 13.000 Obdachlosen in Italien und in der Schweiz beweisen die katastrophalen Folgen des Klimawandels im alpinen Raum. Vier Wochen vor der UNO-Klimakonferenz, die vom 13. bis 24. November in Den Haag stattfindet, gibt es nun erneut Zeichen für die Folgen einer vom Menschen beschleunigten globalen Erwärmung. Das Schadensausmaß bei Flut- und Murenkatastrophen ist auch auf den weltweiten Klimawandel zurückzuführen, der die klimasensiblen Alpen besonders hart trifft. Die Eingriffe ins alpine Ökosystem sind dafür mitverantwortlich. "Wieviele Naturkatastrophen braucht es noch, bis deutlich wird, dass das Weltklima massiv gefährdet ist?", appelliert Greenpeace-Klima-Experte Erwin Mayer an die verantwortlichen Politiker.

Durch den globalen Temperaturanstieg ändert sich auch das Wetter in Westeuropa. Die Häufigkeit und Dauer der Westwindlagen mit feuchtem Wetter haben seit Anfang der Siebziger Jahre stark zugenommen. Dadurch stiegen die Niederschlagsmengen an und in Zentraleuropa fällt bereits zehn bis vierzig Prozent mehr Niederschlag als noch vor einigen Jahrzehnten. In den Alpen gibt es auf Grund des Temperaturanstiegs auch eine Tendenz zu mehr Regen statt Schneefall und auch zu heftigen Starkniederschlagsereignissen. Dadurch fließt der alpine Niederschlag rascher ab und erhöht die Hochwassergefahr in den Tälern. Häufigere Katastrophen mit vielen Toten, Verletzten und Milliardenschäden sind die Folge.

Weiters ist ein Rückgang des alpinen Permafrosts zu beobachten. Durch einen Temperaturanstieg von ca. 1,8 Grad Celsius seit 1880 ist die Untergrenze der permanent gefrorenen Böden in den Alpen um 150 bis 200 Meter nach oben angestiegen. In Hochgebirgslagen wirkt der Permafrost wie Zement, und wenn der Zusammenhalt aus dem aufgetauten Boden verschwindet, führt dies zu einer Zunahme von Erdrutschen und Murenabgängen.

Durch die zunehmende Zersiedelung wird immer mehr Boden versiegelt, wodurch Regenwasser direkt zu den Flüssen abgeleitet wird. Bei starken Niederschlagsmengen können dadurch Überschwemmungen verursacht werden. Flussverbauungen über weite Strecken fördern diese Entwicklung. Auch aus diesem Grund verursachen Überschwemmungen größere Schäden als früher. Greenpeace- Klimaexperte Mayer fordert daher die verantwortlichen Politiker auf, bei der nächsten Klimaschutzkonferrenz in Den Haag endlich wirksame Maßnahmen gegen den Treibhauseffekt umzusetzen und Schlupflöcher zu schließen.

Nähere Infos und ein ausführlicher Bericht zum Thema "Die Alpen im Treibhaus" auf www.greenpeace.at.

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