Basler Ausschuss: Neue Eigenmittelvorschriften für Banken

Interner Rating-Ansatz trägt österreichischer Bankenstruktur besser Rechnung

Wien(PWK884) Auf Einladung der Bundessektion der WKÖ und der Oesterreichischen Nationalbank informierte Danièle Nouy, Generalsekretärin des Basler Bankenausschusses, über den aktuellen Stand der Vorbereitungsarbeiten zu den neuen Eigenmittelvorschriften für Banken. Danièle Nouy meint, dass in Zukunft die Bewertung des Kreditrisikos eine stärkere Rolle im Risikomanagement der Banken spielen soll. Die derzeit in Diskussion befindlichen Basler Vorschläge bieten zum einen die Möglichkeit, auf externe Ratingagenturen zurückzugreifen. Da in Kontinentaleuropa das externe Rating jedoch nicht soweit verbreitet ist wie im angelsächsischen Raum, sollen die Banken die Möglichkeit erhalten, interne Ratingmethoden einzusetzen. Insgesamt zielt der neue Basler Vorschlag darauf ab, eine möglichst große Anzahl von Banken in das neue Verfahren einzubeziehen.

Tumpel-Gugerell: Neuer Basler Ansatz geht in die richtige Richtung

OeNB-Vizegouverneurin Gertrude Tumpel-Gugerell begrüßte in diesem Zusammenhang die neuen Vorschläge die stärker auf die Strukturen des europäischen Bankensystems eingehen und auch geeignet sind, das Risiko für Kredite an Klein- und Mittelbetriebe zu erfassen. Nun sei es möglich, das vorhandene Know-How der Banken stärker im Risikomanagement zu nützen. Schließlich bieten die neuen Basler Vorschläge Anreize für die Banken, Verbesserungen im Bereich des Risikomanagements vorzunehmen.

Bundeskreditsektion: Bedingungen für Anerkennung der Internen Ratings entscheidend

Syndikus Herbert Pichler von der Bundessektion Bank + Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich begrüßt im Grundsatz den vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht und der Europäischen Kommission vorgelegten Vorschlag für ein neues System der Eigenkapitalbestimmungen. "In diesem orientiert sich die Eigenkapitalunterlegung von Kreditrisken stärker am wirtschaftlichen Risikogehalt, und die Eigenmittelvorschriften von Kreditinstituten werden weiterentwickelt."

Dennoch weist Pichler darauf hin, dass die für dieses System notwendigen externen Ratings in Österreich und in vergleichbaren Ländern jetzt und in absehbarer Zeit nicht ausreichend vorhanden seien.

Es wird daher der Ansatz, auch bankinterne Ratings als Bemessungsgrundlage für die Eigenmittelunterlegung anzuerkennen, begrüßt. Vor einer Anerkennung interner Kreditriskenmodelle steht aber zunächst die Festlegung geeigneter Kriterien zur aufsichtsrechtlichen Anerkennung bankinterner Ratingsysteme.

Dabei muss sichergestellt sein, dass externe Ratings und interne Risikoerfassung für aufsichtsrechtliche Zwecke gleichwertig und gleichzeitig anerkannt werden.

Bei der nun laufenden Diskussion um die Anerkennung des internen Ratings wird es darauf ankommen, dass die Bedingungen so gestaltet werden, dass die ohnehin sehr kostenintensiven Aufwendungen in Grenzen gehalten werden. Die Voraussetzungen müssen daher so gestaltet werden, dass sie von den Kreditinstituten tatsächlich erfüllbar sind.

Diese Forderung ist auch im Interesse der gesamten Wirtschaft gelegen, da das künftig weltweit vorgesehene System und der daraus erwachsende Implementierungsaufwand mit hohen Kosten für die Banken verbunden ist. (AB)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4462
Fax: (01) 50105-263
e-mail: presse@wkoe.wk.or.at
http://www.wko.at/Presse

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK