Pirklhuber zu Welternährungstag: Hunger ist Folge struktureller Armut

Gentechnik wird Hunger nicht stillen Wien (OTS) Auf der Welternährungskonferenz 1974 formulierte der damalige US-Außenminister Kissinger die große Vision: "In 10 Jahren wird kein Mann, keine Frau und kein Kind mehr hungrig zu Bett gehen." Heute, nach mehr als 20 Jahren, sind nach Schätzungen der FAO 800 Millionen Menschen chronisch unterernährt. Zählt man die Menschen hinzu, die in Armut ohne ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu Gesundheitsversorgung leben, müssen wir von über 1,3 Milliarden Menschen sprechen. Und dies obwohl heute weltweit 15 Prozent mehr Nahrung pro Kopf zur Verfügung steht als vor 20 Jahren.

"Die Steigerung der Nahrungsmittelproduktion zur Beseitigung des Hungers allein wird nicht ausreichen, weil Hunger und Unterernährung vor allem eine Folge von struktureller Armut sind", so der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber. Ursachen sind u.a. fehlender Zugang zu Land, Wasser und Bildung. Will man den Hunger bekämpfen, müssen Bäuerinnen und Bauern weltweit Zugang zu produktiven Ressourcen, wie bewirtschaftbarem Land, bezahlbaren Krediten oder zu ausreichend bezahlter Arbeit haben.

"Insbesondere auch die EU-Agrarpolitik führt weltweit zum Verlust von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft", so Pirklhuber. Die Weltmarktorientierung der europäischen Agrarpolitik in Verbindung mit Preisdumping verhindert die Entwicklung einer standortgerechten Landwirtschaft in vielen ärmeren Ländern. Die Subventionierung der europäischen Landwirtschaft bringt die EU-Landwirte in eine zunehmende Abhängigkeit von den staatlichen Haushalten. "Die Bäuerinnen und Bauern sollten ihr Einkommen in erster Linie aus dem Verkauf ihrer Produkte statt aus staatlichen Transferzahlungen erzielen können. Fördermittelzahlungen an die Landwirtschaft sind an klare ökologische, beschäftigungswirksame und regionalwirtschaftliche Bedingungen zu knüpfen", fordert Pirklhuber. Das würde auch den Bäuerinnen und Bauern in den Ländern des Südens helfen, die Wende zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft sei daher überfällig, betont Pirklhuber. Ausreichende Mengen an hochwertigen Lebensmitteln lassen sich auch ohne den heutigen Einsatz von Pestiziden, Mineraldüngern, und Gentechnik erzeugen. Umweltgerechte Produktionsmethoden und sozialverträgliche Arbeitsverhältnisse müssen in Europa und weltweit durchgesetzt werden, das helfe den Bäuerinnen und Bauern im Süden wie im Norden, schließt Pirklhuber.

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