Brauner trifft UN-Spezialberichterstatterin für Gewalt an Frauen

Gegen Gewalt in der Familie auf allen Ebenen kämpfen

Wien, (OTS) Aus Anlass der Verleihung des diesjährigen Bruno-Kreisky Preises für Verdienste um die Menschenrechte befindet sich derzeit die höchste Berichterstatterin der Vereinten Nationen zum Thema Gewalt an Frauen, Dr. Dr. Radhika Coomaraswamy, in Wien. Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner gab am Montag einen kleinen Empfang im Wiener Rathaus, der auch ein Vernetzungstreffen
zwischen Wiener Expertinnen und der UN-Berichterstatterin wurde. "Gewalt in der Familie, die vor allem Gewalt an Frauen und Kindern ist, hat leider noch immer den Stellenwert eines Tabuthemas. Die Stadt Wien bemüht sich daher seit Jahren, diesem Thema Öffentlichkeit und den Opfern Hilfe und Schutz zu geben", betont Brauner gegenüber der Rathauskorrespondenz. So bietet Wien als einzige österreichische Landeshauptstadt einen von der Gemeinde voll finanzierten 24-Stunden Frauennotruf, es wird gerade das
vierte Frauenhaus errichtet, womit die Gemeinde Wien die EU-Vorgabe, das pro 10.000 EinwohnerInnen ein Platz in einem
Frauenhaus zur Verfügung stehen muss, erfüllt und auch das österreichische Gewaltschutzgesetz ist europaweit vorbildlich.****

Gewaltschutz für Frauen hat in Wien Vorrang

Mit einem finanziellen Aufwand von 42 Millionen Schilling entsteht in Wien derzeit ein viertes Frauenhaus, darüber hinaus übersiedelt das erste Wiener Frauenhaus in einen Neubau.
Einerseits werden neue Krisenplätze im Südraum Wiens geschaffen, andererseits soll durch die Übersiedlung des ersten Frauenhauses die dringend notwendige Standardanhebung erfolgen. "Während die neue Bundesregierung nur eines kennt, nämlich sparen auf Kosten sozial Schwacher und hilfsbedürftiger Menschen, stellt sich die Stadt Wien weiterhin und konsequent auf die Seite derer, die Unterstützung brauchen", erklärte Brauner. Zwar sei durch das seit 1. Mai 1997 in Kraft befindliche "Gewaltschutzgesetz" eine "deutliche Verbesserung" der Lage eingetreten, für viele Frauen
sei jedoch die Flucht in ein Frauenhaus nach wie vor die einzige Möglichkeit einer gewaltvollen Beziehung zu entgehen.

Laut einer Empfehlung des Europäischen Parlaments sollen pro 10.000 EinwohnerInnen ein Platz für eine misshandelte Frau in
einem Frauenhaus zur Verfügung stehen. Bei mehr als 1,6 Millionen EinwohnerInnen in Wien ergibt das einen Bedarf von 160 Plätzen.
Ein Ziel, das Wien mit diesen beiden Projekten erreicht. Derzeit kann in den Wiener Frauenhäusern ca. 100 Personen pro Tag ein
Platz geboten werden. Zukünftig werden 150 bis 160 Frauen und Kindern Wohnplätze zur Verfügung stehen.

Gewaltschutzgesetz wirkt - Opferschutz weiter ausbauen

Seit 1. Mai 1997 ist das bundesweite Gesetz zum Schutz vor Gewalt in der Familie (kurz Gewaltschutzgesetz) in Kraft. Hauptcharakteristikum dieses neuen Gesetzes ist, dass nicht mehr
die Opfer (meist Frauen und Kinder) den gemeinsamen Wohnort verlassen müssen, sondern der Täter von der Polizei mit einer Wegweisung oder einem Betretungsverbot belegt werden kann. Darüber hinaus kann das Opfer eine Einstweilige Verfügung beantragen, die das Wegbleiben des Täters auf längere Zeit erstreckt.

Im Jahr 1999 kam es laut Angaben der Bundespolizeidirektion Wien zu 416 Wegweisungen, 556 Betretungsverboten und in weiterer Folge wurden 117 Strafverfahren eingeleitet. Von Jänner bis Mai 2000 gab es in Wien bereits 278 Wegweisungen, 375
Betretungsverbote und 72 eingeleitete Strafverfahren. "Das Gewaltschutzgesetz wirkt", zeigt sich Brauner überzeugt: "Trotzdem müssen wir den Opferschutz weiter und konsequent ausbauen." (Schluss) kat

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