Partnerschaftliche Entwicklungszusammenarbeit bedeutet effektive Armutsbekämpfung

Internationaler Tag der Armutsbekämpfung am 17. Oktober

Wien (OTS) - Noch nie wurde auf der Welt so viel Reichtum an
Gütern und Dienstleistungen produziert. Trotzdem nimmt die Zahl der Armen, der Hungernden und der Arbeitslosen täglich zu. Trotzdem fordert die Armut jedes Jahr mehr Menschenleben als jeder Krieg bisher. 1,2 Milliarden Menschen leben in absoluter Armut, also von weniger als einem Dollar pro Tag. Die soziale Ungleichheit ist sowohl innerhalb als auch zwischen den Ländern gewachsen. Die Globalisierung konnte der in sie gesetzten Erwartung eines "Wohlstands für alle" nicht gerecht werden. So verfügen nach Angaben von UNDP (Entwicklungshilfeprogramm der Vereinten Nationen) die drei reichsten Menschen über ein Vermögen, das größer ist als das gesamte BIP aller am wenigsten entwickelten Länder mit ihren 600 Millionen Einwohnern zusammen.

Die Beseitigung der absoluten Armut ist durchaus finanzierbar. Es ist möglich, allen Menschen Zugang zu Grundbildung, Gesundheitsdiensten, Nahrung, sauberem Wasser und Familienplanung zu verschaffen. Die Industrieländer sind angesprochen, ihre nationalen Budgets für Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen, die ärmsten Länder endlich zu entschulden und sich für verbesserte Welthandelsbedingungen für die Länder des Südens einzusetzen. Die Entwicklungsländer sind in ihrer Eigenverantwortlichkeit gefordert:
Vielfach wird für soziale Grunddienste für die bedürftige Bevölkerung weniger Geld als für Rüstung und Schuldendienst ausgegeben, ganz abgesehen von Geldern, die durch korrupte Eliten "verschwinden".

Internationale Organisationen wie Weltbank, Internationaler Währungsfonds, Vereinte Nationen und OECD haben sich das propagierte Ziel der Armutsbekämpfung auf ihre Fahnen geschrieben. Für die in der AGEZ zusammengeschlossenen Nichtregierungsorganisationen ist Armutsbekämpfung das eigentliche Ziel ihrer Entwicklungszusammenarbeit. Sie tun dies direkt mit entsprechenden Projekten in den Ländern des Südens oder gestalten die Rahmenbedingungen mit, welche der Ausrottung der Armut förderlich sind und eine menschenwürdige Entwicklung ermöglichen. Das sind zB Agrarreformen, stärkere Demokratisierung, Stärkung der Partizipation der zivilen Gesellschaft und der Verhandlungsmacht der Armen, Aufbau und Sicherung rechtsstaatlicher Strukturen, Zugang zu Bildung und Gesundheit sowie Empowerment von Frauen.

Die Dynamik von Armut und Reichtum ist nur im Spiegel der Spielregeln der Wirtwirtschaft zu verstehen. Daher müssen auch die Verhandlungen der WTO an ihrem Beitrag zur Ausrottung der Armut gemessen werden. Letztlich zählt zur Kohärenz einer glaubwürdigen Politik der Armutsbekämpfung auch der Umgang mit Armut und sozialen Spannungen im eigenen Land.

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