Die Telekom Austria ist für Provider kein kooperativer Partner

Wien (OTS) - Obwohl die österreichischen Internet Service Provider (ISPs) vertreten durch ihren Verband, der ISPA, wiederholt die Telekom Austria (TA) aufforderten, mit ihnen neue DSL-Produkte (Digital Subscriber Line für den breitbandigen - schnellen - Internet Zugang) für den österreichischen Markt zu entwickeln, reagierte die TA bisher nicht. Eine kooperative Vorgangsweise bei der Einführung von neuen DSL-Produkten war bei den Verhandlungen zur ADSL-Kooperation im Frühjahr 2000 zwischen ISPA und TA allerdings vereinbart worden.

Entgegen allen Beteuerungen hat die TA jetzt ein neues DSL Produkt für den Business (Teleworker) Bereich technisch ermöglicht, und überfallsartig durch ihren eigenen ISP "Jet2Web" auf den Markt gebracht. "Das ist grober Vertrauensbruch" formulierte Kurt Einzinger, Generalsekretär der ISPA. "Vorige Woche ist die TA uns noch am Gesprächstisch gegenüber gesessen und hat mit treuherzigem Augenaufschlag erklärt, sie plane nichts dergleichen."

"Die Enttäuschung bei uns und unseren Mitgliedern ist entsprechend groß", verstärkte der Präsident der ISPA, Georg Hahn. "Wie sich dass auf zukünftige Verhandlungen auswirken wird, kann ich noch nicht sagen, aber anscheinend kann man Aussagen der TA-Mitarbeiter nicht mehr vertrauen."

Die ISPA hat sofort einen Brief an die Geschäftsleitung der TA gerichtet, worin sie diese auffordert umgehend ein entsprechendes, faires und nicht diskriminierendes Anbot an alle ISPs zu richten, damit diese die gleichen DSL Technologien für alle österreichischen Anwender und Firmen einsetzen können. Schließlich ist die TA auf Grund ihrer marktbeherrschenden Stellung bei der Teilnehmeranschlussleitung gesetzlich verpflichtet dies zu tun. Gleichzeitig hat die ISPA die TA aufgefordert das derzeitige Produkt "Teleworker" so lange vom Markt zu nehmen bis eine Einigung mit den ISPs über die technischen und kommerziellen Bedingungen diese Anbots erreicht ist, und die österreichischen Provider somit gleichwertige Produkte anbieten können.

Die Empörung und Betroffenheit über diese Vorgangsweise der TA ist bei den ISPs jedenfalls beträchtlich. Einige haben schon angekündigt ihre Einkaufspolitik bei Backbone- und Mietleitungen nochmals zu überdenken und nicht mehr mit der TA das Geschäft zu machen.

Die inzwischen eingelangte Antwort der TA, worin sie einerseits argumentiert ihr DSL-Produkt sei kein Internet- sondern ein Intranet-Produkt und Gespräche für nächste Woche in Aussicht stellt, kann die Provider nicht wirklich beruhigen. "Wir stehen heute wieder dort, wo wir vor einem Jahr gestanden sind." bemerkte Kurt Einzinger und fügte hinzu: "Zuerst kommt die TA mit einem neuen Produkt heraus, dann schreien wir auf, sie versprechen Verhandlungen, verzögern diese, wir klagen, dann kommen die Verhandlungen endlich zustande, dauern ein paar Wochen und bis die ISPs mit einem vergleichbaren Produkt ebenfalls auf den Markt kommen können, sind 6 Monate vergangen. So darf das nicht wieder ablaufen."

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