Cerwenka: Studiengebühren statt lang ersehnter Hochschulreform

Vorgeschlagene "Abfederung" von Gehrer und Sickl sind eine Lächerlichkeit

St. Pölten, (SPI) - Die Zahlen, die Bildungsministerin Gehrer als Grundlage für jüngste Rechtfertigungsversuche hinsichtlich der Einführung von Studiengebühen heranzieht, sind laut Experten schlicht und einfach falsch. Nach Berechnungen von Gehrer kostet den Staat ein Student rund 100.000,- Schilling pro Jahr. Tatsache jedoch ist, dass die staatlichen Aufwendungen etwa nur 40.000,- ausmachen und die Kosten pro Studierenden seit 1975 rückläufig sind. Seit Jahren fordern Studentenvertreter eine umfassende Hochschulreform im Sinne einer wirklichen Verbesserung der Rahmenbedingungen für Studierende. Statt der lang ersehnten und anstrebenswerten Hochschulreform bekommen die Studentinnen und Studenten von Gehrer & Co nun Studiengebühren verpasst. Diese sind auch ein Baustein - zum gesellschaftlichen Umbau der schwarzblauen Koalition, wo Bildung nur mehr diejenigen erhalten sollen, die es sich leisten können. Der Weg für neue ‚Eliten‘ soll geebnet werden", kritisiert der Bildungssprecher der NÖ Sozialdemokraten LAbg. Helmut Cerwenka.****

Die sogenannten "Abfederungsmaßnahmen" sind grotesk. "Man kann leicht einigen Tausenden Studenten etwas mehr Stipendium geben, wenn man gleichzeitig allen Studierenden pro Semester 5.000,- Schilling abknöpft. Von einer "Abfederung" der drastischen Einsparungen kann also sicher nicht die Rede sein. Die Erhöhung der Zuverdienstgrenze bedeutet nur, dass die Studenten mehr arbeiten sollen, damit sie der Regierung ihr Budget finanzieren. Dass dies naturgemäß auch die Studiendauer verlängert, ist da den blauschwarzen ‚Bildungspolitikern‘ völlig egal. An die Beseitigung von Missständen, begonnen von überfüllten Hörsälen über veraltete Ausstattungen bis hin zu längst überholten Studienplänen, wird erst gar nicht gedacht. Ganz im Gegenteil - Hauptsache, dass die Studentinnen und Studenten Geldmittel zum Stopfen des Budgetlochs einbringen. Schlechte Studienbedingungen, eine extrem niedrige Akademikerquote und daraus resultierend ein Mangel an Fachkräften interessieren diese Regierung nicht. Darüber hinaus ist zu befürchten, dass wenn die Bundesregierung an der Einführung der Studiengebühren festhält, in Folge bald auch Abgaben für den Besuch von Schulen eingehoben werden", so Bildungssprecher LAbg. Cerwenka.
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