"profil": Auseinandersetzung um seit der NS-Zeit verschollene Mahler- Partitur

Derzeitiger Besitzer wollte Partitur bei Sotheby's versteigern lassen - Erbe des früheren jüdischen Eigentümers verlangt Rückgabe des wertvollen Manuskripts

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, ist der Rechtsanspruch auf eine seit der NS-Zeit verschollene berühmte Partitur Gustav Mahlers, die vor kurzem Sotheby's Wien zur Auktion angeboten wurde, bisher ungeklärt. Das Werk wird auf einen Wert von 8 bis 10 Mio. S. geschätzt und wurde mittlerweile vom Bundesdenkmalamt für die Ausfuhr gesperrt.

Zur Versteigerung angeboten wurde es vom Wiener Anwalt Richard Heiserer, dessen Vater als Anwalt die Verlassenschaft des 1941 hochbetagt in Wien verstorbenen Musikhistorikers Guido Adler abgewickelt hatte. Die Partitur zum Lied "Ich bin der Welt abhanden gekommen" aus dem Zyklus der Rückert-Lieder war ein Geschenk Mahlers an Adler gewesen.

Tom Adler, der Enkel des Musikhistorikers, lebt seit der Flucht vor den Nazis in den USA und verlangt jetzt die Rückgabe des Manuskripts. Wie das wertvolle Stück in der NS-Zeit in den Besitz des Wiener Anwalts kam, lässt sich derzeit nicht exakt nachvollziehen. Sein Sohn Richard Heiserer vertritt laut "profil" den "Rechtsstandpunkt, dass Tom Adler nachweisen muss, ob mein Vater das Werk widerrechtlich in seinen Besitz gebracht hat. Wenn ihm das gelingt, muss ich es hergeben".

Der in Kalifornien lebende Adler-Enkel kritisiert im Gespräch mit "profil", dass das Bundesdenkmalamt das Werk zum nationalen Kulturgut erklärte, ohne ihn davor kontaktiert zu haben. Tom Adler:
"Dabei sollte Österreich doch helfen, den rechtmäßigen Besitzer festzustellen."

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