Khol-Fax an ORF: Beleg für erfolgreiche ÖVP-Intervention

Zwei Seiten an Weis über angebliche "Fehler" in Berichterstattung

Wien (OTS) - Unter dem Titel "Bemerkenswerte Beiträge" hat ÖVP-Klubobmann Andreas Khol ein zweiseitiges Interventions-Fax mit detaillierten "Verfehlungen" des Aktuellen Dienstes an ORF-Generalintendant Gerhard Weis geschickt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Aus dem Fax geht eindeutig hervor, daß die ÖVP in der Vergangenheit mehrmals erfolgreich bei Nachrichtensendungen interveniert hat.

So wurde am 6. September in einem ZIB1-Beitrag die Formulierung "Sanktionen gegen die Bundesregierung" verwendet - "auf Hinweis", ist in dem Fax vermerkt, wurde in der ZIB2 die Formulierung auf "Sanktionen gegen Österreich" geändert.

Das gleiche geschah drei Tage später, am Samstag, bei den Ö3-Nachrichten um 23 Uhr: Wieder war von "Sanktionen gegen die österreichische Bundesregierung" die Rede. Im Khol-Fax ist zu lesen:
"Nach Hinweis am Sonntag auf ,Sanktionen gegen Österreich' geändert." Damit ist erstmals ein schriftlicher Beleg für erfolgreiche Interventionen von Politikern vorhanden. Erst in der Vorwoche hatte sich der Redakteursrat des "Aktuellen Dienstes" scharf gegen die zunehmenden Interventionen gewehrt und sie als "unzulässigen Versuch, Druck auszuüben" bezeichnet.

ORF-Informationsintendant Hannes Leopoldseder sagte zu FORMAT, er verstehe "die Aufregung nicht". Er habe Khol zurückgeschrieben und den Standpunkt des ORF klargemacht.

ORF-Generalintendant Gerhard Weis betonte in einem Schreiben an die ORF-Kuratoren, der ÖVP-Klubobmann habe das Fax sei auf seinen, Weis", Wunsch an ihn geschickt.

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