Salzburg initiiert die "Europäischen Mozart-Wege"

Wolfgang Eisl begrüßt Vertreter der Mozart- Städte und -Regionen

Salzburg (OTS) - Das Reisen war für Wolfgang
Amadeus Mozart eine wertvolle Quelle der Inspiration
und der geistig-künstlerischen Entfaltung. Mehr als
ein Drittel seines Lebens verbrachte er auf Reisen von
London bis Prag, von Berlin bis Neapel. Diese Routen
wieder zu beleben und die Regionen partnerschaftlich
zu einem kulturellen Netzwerk zusammenzuschließen,
sind die Grundgedanken des Projektes "Europäische
Mozart-Wege". Auf Initiative des Landes Salzburg soll
diese Projektidee bis 2006 gemeinsam mit den
betreffenden Städten und Regionen entwickelt und
umgesetzt werden. Salzburg setzt damit rechtzeitig
eine wichtige Initiative für den 250. Geburtstag von
Wolfgang Amadeus Mozart.

Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Eisl begrüßte
heute Freitag, 13. Oktober, die 85 Vertreter von
Städten und Regionen aus insgesamt sechs Ländern - von
Köln bis Canterbury, von Versailles bis Bologna bei
der Tagung "Europäische Mozart-Wege" in der Salzburger
Residenz. Ziel dieses Treffens war es, die Projektidee
vorzustellen, um sie mit Partnern gemeinsam
weiterzuführen und umzusetzen.

Landeshauptmann-Stellvertreter Eisl knüpfte an der
historischen Verbindung des Tagungsortes mit Mozart
an: Im Rittersaal der Residenz wurde im März des
Jahres 1767 Mozarts Oratorium "Die Schuldigkeit des
Ersten Gebots" uraufgeführt. "Dies ist nur ein
Beispiel von vielen, das einen architektonisch
authentischen Mozart-Bezug auch heute zeigt. Und genau
hier möchte das Projekt "Europäische Mozart-Wege"
anknüpfen", betonte Eisl. Es gehe aber nicht nur
darum, "dass wir unser Kulturerbe bewahren und behüten
sollen, wir sollen auch Neues mit ebensolchem
Qualitätsanspruch zulassen und fördern."

Eisl verwies dabei auch auf die Möglichkeiten neuer
Medien, wie etwa ein digitales Mozart-Netzwerk, das
einerseits historisch relevante Daten, Aufführungen,
Filme und Programme wiedergibt, andererseits ein Forum
für internationale Auseinandersetzungen in allen
Sparten der Musik, der bildenden und darstellenden
Kunst mit Mozart-Bezug darstellen könnte. Damit
könnten die historischen Bestände der Archive und
Bibliotheken mit Mozart-Bezug in den einzelnen
Partnerregionen gemeinsam digitalisiert werden. Dies
sei nur einer von vielen Zugängen zu den europäischen Mozart-Wegen.

Die Projekt-Idee

Im Mittelpunkt des Projekts "Mozart-Wege" steht die
Idee des Reiseweges: Kulturtouristen können sich ab
dem Jahr 2006 im wörtlichen Sinn "auf Mozarts Spuren"
begeben und die Reisewege nachfahren. Jeder Mozart-Ort
verweist auf seine authentischen Bezüge und bietet ein
Programm, das individuell auf die Besonderheiten im
Kulturleben und das zeitgenössische Musikschaffen
abgestimmt ist. Besonderes Augenmerk liegt auch auf
der Förderung junger zeitgenössischer Komponisten und
deren Auseinandersetzung mit Mozart und seiner Zeit.

Die "Europäischen Mozart-Wege" sollen in enger
Zusammenarbeit mit den vorhandenen Institutionen und
in Abstimmung mit anderen europäischen Kulturrouten
entstehen und eine hohe Qualität von Veranstaltungen
mit Mozart-Bezug bieten. Durch eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit der Partner-Städte und -Regionen
will man ein breites internationales Publikum
ansprechen. Ziel ist es, das Interesse für Mozart,
sein Werk und seine Zeit neu zu beleben und
gleichzeitig die Musikförderung und das
zeitgenössische Musikschaffen durch gemeinsame
innovative Projekte zu unterstützen. Daneben sollen
jene Bauten mit Mozart-Bezug einheitlich
gekennzeichnet werden. Letztlich gilt es ein
gemeinsames Strategiepaket zu entwickeln, welches auf
dem internationalen Markt der Kulturtouristen als
Angebot weit über 2006 hinaus reichen soll, sich
vertieft und über die Jahre festigt.

Die Umsetzung

Ein externes Projektmanagement, das von allen
beteiligten Städten und Regionen gemeinsam
finanziert wird, soll die Projektsteuerung und
Umsetzung leiten. Bis März 2001 werden
Absichtserklärungen und erste Überlegungen der
interessierten Städte und Regionen erwartet, die
unterzeichneten Kooperationsabkommen sollen Mitte des
Jahres 2001 vorliegen. Ein ausgearbeiteter Zeitplan
sieht die schrittweise Umsetzung bis 2006 vor.

Der Internationale Beirat "Mozart 2006" als Ideengeber

Die Idee der Mozart-Wege wurde vom Internationalen
Beirat "Mozart 2006" entwickelt, dem namhafte
Persönlichkeiten ehrenamtlich angehören. In diesem
Beirat ist jedes von Mozart bereiste Land vertreten
sowie Japan, vorgesehen ist auch ein Vertreter der
USA.

Die Mitglieder des Beirats: Dr. Daniele Santer
(Benelux); Prof. Dr. Roman Herzog und Dr. Eberhard
Mittwich (Deutschland); Marie-Alice de Beaumarchais,
Dipl.-Ing. Dr. Claude Sauer, Dr. Bertrand Dufourcq,
Dir. Francis Marechal (Frankreich); Leonard Victor
Ingrams und Earl of Gowrie (Großbritannien), Contessa
Florence Marzotto (Italien); Prof. Bin Ebisawa
(Japan); Dr. Hugo Bütler (Schweiz); Prof. Martin
Turnovsky (Tschechien); Dr. Peter Marboe (Wien); Dr.
Friedrich Gehmacher, Dr. Peter Mittermayr (Salzburg).

Großes Interesse im In- und Ausland / Absage Prags

Zu den Vertretern jener Städte und Regionen, die mit
der Entsendung eines Vertreters zur Tagung nach
Salzburg ihr großes Interesse an dem Projekt bereits
bekundet haben, zählt der Mailänder Kulturchef Dr.
Massimo Accarisi, der Präsident von Schloss
Versailles, Hubert Astier, und der Augsburger
Bürgermeister Dr. Theo Gandenheimer. Der Direktor der Tonhalle-Gesellschaft Zürich, Trygve Nordwall,
vertritt Stadt und Kanton Zürich sowie das Opernhaus
Zürich, die Zürcher Festspiele und das Zürcher
Kammerorchester. Zahlreiche weitere Städte und
Regionen haben bereits Unterlagen über die Tagung
angefordert.

Der Kulturstadtrat von Prag, Dr. Igor Nemec, sagte
leider kurzfristig die Teilnahme auf Grund der
Grenzblockaden gegen Temelin an der Österreichisch-
Tschechischen Grenze ab, bekundete aber erneut das
große Interesse Prags an dem Projekt.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Roland Floimair
Tel.: (0662) 80 42 / 23 65Landespressebüro Salzburg

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SBG/SBG