Eigenvorsorge und Katastrophenschutz in Wien

Neues AKW in Grenznähe hat zu Sensibilisierung beigetragen - Wien verfügt mit dem K-Kreis über hervorragendes Hilfsnetz

Wien, (OTS) Das neue Atomkraftwerk in Grenznähe hat beileibe nicht erst das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Katastrophenschutzes wachgerufen - Wien verfügt wohl als einzige Stadt über so dichtes Hilfsnetz - aber Temelin hat zu einer Sensibilisierung hinsichtlich der persönlichen Eigenvorsorge und des Katastrophenschutzes beigetragen. Das nahm Umweltstadtrat
Fritz Svihalek zum Anlass, am Freitag Vormittag gemeinsam mit dem Leiter der Wiener Berufsfeuerwehr, Branddirektor DI Dr. Friedrich Perner, dem Geschäftsführer der "Helfer Wiens" (K-Kreis), Sepp Konecny, und Proponenten der Wiener Rauchfangkehrerinnung, an der Spitze Landesinnungsmeister Landtagsabgeordneter KommRat Rudolf Klucsarits, an die Öffentlichkeit zu gehen und sich mit dem Themenkomplex "Wie sind Wien und die Wiener Bevölkerung auf eine eventuelle Katastrophe vorbereitet" zu befassen.****

Dazu Umweltstadtrat Svihalek in seiner Einleitung: "Ich sehe mich als für die Feuerwehr ressortzuständiger Stadtrat und als Präsident der Helfer Wiens dazu veranlasst, die Wiener Bevölkerung über diese Problematik zu informieren und gleichzeitig auch unsere Hilfe bei Vorsorgemaßnahmen anzubieten. Ich verhehle aber nicht, dass es mich mit Sorge erfüllt, wenn durch die Bundesregierung erstmals zwischen den Atomkraftwerken differenziert wird. Die
Stadt Wien kritisiert die Problematik, jedes Atomkraftwerk ist gleich gefährlich". Gerade Wien verfüge aber, so Svihalek, über den K-Kreis mit den professionellen Helfern, an der Spitze die Wiener Berufsfeuerwehr, und den freiwilligen Hilfsorganisationen, über eine tragfähige Grundlage für Katastrophenmaßnahmen. Die Stadt Wien habe auch mit dem Bereich "Hilfs- und Sofortmaßnahmen" in der Magistratsdirektion eine kompetente Anlaufstelle.

Seitens der Wiener Feuerwehr führte Branddirektor Perner u.a. aus: "Wir machen uns seit Jahren gemeinsam mit der Stadt Wien Gedanken, wie man die Bevölkerung sinnvoll schützen kann. Wesentlich ist vor allem die persönliche Weitervermittlung von Maßnahmen, wie etwa das Abdichten von Wohnräumen, die Vorratshaltung, manches was trivial klingt, kann ganz entscheidend sein. Wir bemühen uns ständig, dass das Bewusstsein der Eigenvorsorge bei den Menschen greift". Der Feuerwehrchef stellte auch spezielle Klebebänder für das Abdichten von Fenstern und Türen vor, die das Eindringen von Schadstoffen in der Luft verhindern sollen. Immerhin reicht beispielsweise das Luftvolumen auf einer Wohnfläche von 20 Quadratmetern aus, dass sich zwei Personen drei Tage lang ohne Frischluftzufuhr aufhalten können. Nach allgemeiner Auffassung der Katastrophenschützer sind diese ersten drei Tage die unangenehmsten und gefährlichsten. Auch ein Lebensmittelvorrat wie er ungefähr beschaffen sein sollte, wurde demonstriert. Hier sei auf den Ratgeber über das richtige
Verhalten in Notsituationen "Sicher ist sicher" der Stadt Wien verwiesen.

Wie schon der Feuerwehrchef machte auch der Wiener Landesinnungsmeister der Rauchfangkehrer, GR Kluscsarits, auf die Verantwortung und Fachkenntnis seiner Berufsgruppe aufmerksam:
"Auch die Rauchfangkehrer gehören zu den Helfern Wiens, alle sind für den Brandschutz ausgebildet. Da wir Zutritt zu allen Wohnungen haben, haben wir einen guten Kontakt zu unseren Kunden und damit eine flächendeckende Möglichkeit zur Information und Beratung." Was Notfallsituationen betreffe, hätten die Rauchfangkehrer das Motte: Leben - Gesundheit - Brandschutz.

Breiten Raum nahm auch die Präsentation der Studie "Selbstschutz - Katastrophenschutz in Wien", die von Univ.Prof.
Dr. Peter Vitouch im Auftrag der MA 68 - Feuerwehr und Katastrophenschutz, und der Helfer Wien erstellt wurde. Das
Sample von 600 Wiener Haushalten wurde in Teilen von fünf Wiener Bezirken erstellt, wobei der Querschnitt von Einfamilienhäusern
bis zu Wohnhausanlagen reicht. Generell lässt sich eine unerwartet hohe Bereitschaft der Bevölkerung erkennen, an Schutzmassnahmen schon durch entsprechende Eigenvorsorge mitzuwirken. Die Fragenkomplexe befassten sich ausführlich mit dem grundsätzlichen Interesse und dem Problembewusstsein, Anlegen und Evidenzhaltung
von Vorräten, bis hin zu den Dichtstoffen und den zusätzlichen Informationen durch die Rauchfangkehrer. Beispielsweise reagierten 74 Prozent (alle Zahlen gerundet) der Befragten positiv auf Informationen über den Selbstschutz, 62 Prozent wollen mehr
wissen; es sind auch 61 Prozent, die der Gedanke an einen
möglichen Ernstfall beunruhigt.(Schluss) pz

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Peter Ziwny
Tel.: 4000/81 859
e-mail: ziw@m53.magwien.gv.atPID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK