ÖGB-Frauen: Gegen Einkommensunterschiede von Frauen und Männern

1.Resolution des ÖGB-Bundesfrauenausschusses 2000

Wien (ÖGB). Beim Bundesfrauenausschuss des ÖGB wurden heute, Freitag, zwei Resolutionen beschlossen. Die erste Resolution im Wortlaut.++++

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit hat eine Studie
zu den Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen veröffentlicht, die von Bundesministerin Lore Hostasch in Auftrag gegeben worden ist:

Der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen beträgt 31 Prozent. Frauen steigen im Verhältnis zu Männern mit ca. 18 Prozent weniger Gehalt/Lohn in den Beruf ein und dieser Einkommensunterschied verschärft sich dann im Laufe der Zeit, da das Einkommen der Frauen langsamer anwächst. Zusätzlich erhalten Männer dreimal so oft wie Frauen die Chance, in eine Führungsposition zu gelangen. Die Einkommensunterschiede basieren aber auch auf der Tatsache, dass sich noch immer fast ausschließlich Frauen um Kinder und Haushalt kümmern. Frauen büßen daher auf Grund von Karenzzeiten, Teilzeit und geringfügigen Beschäftigungen erheblich an Einkommen ein.
In den Kollektivverträgen gibt es keine offensichtlichen Diskriminierungen mehr. Aber es gibt noch eine Vielzahl von "versteckten" Diskriminierungen. Versteckte Diskriminierungen können auch bei Prämien und Zulagen zu finden sein.

Die ÖGB-Frauen haben sich in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften intensiv des Themas angenommen und einen Leitfaden zu den "versteckten Diskriminierungen" ausgearbeitet. Dieser Leitfaden soll als Hilfestellung dienen, um "versteckte" Diskriminierungen in den Kollektivverträgen zu erkennen und zu beseitigen.

Folgende Schwerpunkte sollen gesetzt werden:

1. Begleitende Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Allgemeinheit über unterschiedliche und ungleiche Bewertung von Frauen- und Männerarbeit sowie Aufnahme des Themas in die Grundkurse der Gewerkschaften und des ÖGB für BetriebsrätInnen.
2. Gender-Trainings für Kollektivvertrags-VerhandlerInnen im ÖGB. 3. Deutliche Anhebung der unteren Einkommen bei Kollektivvertragsabschlüssen.
4. Kollektivvertraglicher Mindestlohn/Mindestgehalt von S 15.000 (€ 1.090).
5. Einbau von Verbesserungen im Bereich der Beförderungen, bei Entlohnung und Aufstiegsmöglichkeiten in den Kollektivverträgen. 6. Setzen von beschleunigenden Maßnahmen, die zur Erfüllung des Zieles der EU-Richtlinie: gleiches Geld für gleichwertige Arbeit führen.
7. Gesicherter Zugang von Frauen auf attraktive Arbeitsplätze und Steigerung der Motivation der Frauen zum Erwerb von Qualifikationen für qualifiziertere Tätigkeiten.
8. Mehr Frauen in Entscheidungsgremien in allen Bereichen der Gewerkschaften, und der Politik sowie im AMS und in den Selbstverwaltungskörperschaften der Sozialversicherungen.
9. Schaffung eines neuen rechtsverbindlichen Kataloges auf Basis entsprechender Studien zur Bewertung der Arbeit, um mittelbare und unmittelbare Diskriminierungen zu vermeiden.
10. Zur Umsetzung, Überwachung und Evaluierung sind u. a. auch Arbeitsgruppen durch den Betriebsrat auf betrieblicher Ebene einzusetzen.
11. Das Mainstreaming-Programm und der Frauenförderplan der "Entscheidung des Rates über das Programm zur Unterstützung der Rahmenstrategie der Gemeinschaft für die Gleichstellung von Frauen und Männern (2002 - 2005)" sind entsprechend auf nationaler Ebene für Österreich umzusetzen. In diesem Sinne sollen alle Gesetzesvorhaben daraufhin überprüft werden, wie sie sich auf die Gleichstellung von Frauen und Männern auswirken. Die Tatsache, dass Frauen und Männer unterschiedliche Interessen haben, unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen und sich oft in unterschiedlichen Lebenssituationen befinden muss dabei mitgedacht werden.(ff)

ÖGB, 13. Oktober 2000 Nr. 854

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