Maringer: Bildungspolitik ist Anschlag auf alle Jugendlichen

Reiche werden gefördert, Schwache zahlen drauf

Wien (GMT/ÖGB) "Die Bundesregierung geht mit ihrer Bildungspolitik den Weg der sozialen Ungerechtigkeit und der Spaltung von Bevölkerungsgruppen weiter", sagte Albert Maringer, Vorsitzender der Metallerjugend beim heutigen Zentraljugendvorstand der Gewerkschaft Metall - Textil. "Das betrifft die SchülerInnen, die Studierenden, die Lehrlinge und die, die keine Lehrstellen oder Ausbildungsplätze finden."++++

Die Regierung, die sich jetzt rühmt, im Land soziale Gerechtigkeit einzuführen, versperrt Arbeiterkindern den Zugang zu Fachhochschulen und Universitäten und fördert die Besserverdiener, die es sich leisten können, im Jahr 10.000 Schilling für das Studium ihrer Kinder zu zahlen. Im Übrigen verändern die Studiengebühren nichts an den Zuständen auf den Universitäten. Genau wie beispielsweise in der Krankenversicherung sei auch in der Bildung das klare Ziel der Zwei-Klassen-Gesellschaft zu erkennen: Förderung jener, die genug Geld haben, Förderung von Eliten, die Schwachen bleiben über, brechen ihr Studium mangels Geld ab, landen in Lehren zu den neu eingeführten Schmalspurberufen oder im Sackgassen-Modell der Vorlehre.

Der Zentraljugendvorstand der Metaller steht hinter den Protesten der Studierenden. Denn was die Regierung im Bereich der Bildung anrichtet, betrifft die Studierenden und FachhochschülerInnen genau so wie die Jugendlichen, die sich für Lehren entschieden haben und diejenigen, die auf der Straße stehen werden, weil die Bundesregierung die Stiftungsmaßnahmen nicht weiterführt. Und es trifft die Familien in diesem Land, die ihren Kindern eine sichere Ausbildung für die Zukunft geben wollten.

Der Zentraljugendvorstand der Metaller sieht die getroffenen und geplanten Maßnahmen im Zusammenhang, denn sie ergeben ein Bild, das ganz deutlich die Verschlechterungen für die Jugend im Land zeigt. Neben Studiengebühren, Schmalspurberufen, Vorlehre und sonstigen Verschlechterungen für Lehrlinge (verlängerte Probezeit, kürzere Behaltefrist), sind nämlich auch die Erhöhung der Klassenschülerhöchstzahlen oder die Erhöhung der Lehrverpflichtung für Lehrer um zwei Stunden geplant.

"Sie haben sich verrechnet, wenn Sie glauben, einen Keil in die Jugend des Landes treiben zu können," sagte Maringer in Richtung Bundesregierung. "Sie haben sich sogar grob verrechnet, denn die Jugend in diesem Land steht gegen Ihre Pläne zusammen, sei das auf der Universität, in der Lehrwerkstätte oder in der Schule."

Die Metallerjugend wird ihre Gespräche mit den Studenten- und Schülerorganisationen fortführen, "bei der derzeitigen Politik darf dann niemand über Proteste und Aktionen aller Jugendlichen im Land überrascht sein!"(ff)

ÖGB, 13. Oktober 2000
Nr. 852

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