Waneck eröffnet FEMS-Tagung in Wien - Osterweiterung vollzogen

Europäische Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich wesentlich

Wien, 2000-10-13 (BMSG) - Bei der heute in Wien beginneneden Tagung der Fédération Européene des Médecins Salaries (Europäischer Verband der angestellten Ärzte- FEMS), betonte FP-Staatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck die Wichtigkeit der medizinischen Ostöffnung. "Wir dürfen die Oststaaten nicht vom medizinischen Wissen ausschließen. Die FEMS ist hier vorbildlich." *****

Die FEMS ist eine der ältesten EU-Organisationen und geht auf eine deutsch-französische Initiative unter Charles de Gaule und Conrad Adenauer im Jahre 1964 zurück. Sie ist heute eine Teilorganisation der im sogenannten Comitté Permanent (CP) vereinigten EU-Ärzteorganisationen. Ihre Politik hat sich schon immer als grenzüberschreitend erwiesen, berichtete der Staatssekretär. So sei Österreich bereits seit mehr als 20 Jahren vor seinem EU-Beitritt anerkanntes Vollmitglied. "Es ermöglichte dies ein Mitsprache- und Informationsrecht, welches der österreichischen Ärzteschaft jenen Wissensvorsprung ergab den sie frühzeitig zu Vorbereitung und Anpassung an künftige EU-Strukturen reifen lies", so Waneck.

Das selbe gelte heute für unsere Nachbarländer, betonte Waneck. Nicht zuletzt sei es ein Verdienst der Mitwirkung Österreichs, daß Länder wie Slowenien, Kroatien und Bulgarien heute ebenfalls schon Vollmitglieder in der FEMS seien. Tschechien, Slowenien, Ungarn und Rumänien seien an einer solchen Mitarbeit interessiert.

Interessant für Österreich sei weiters, daß all diese Länder schon so früh wie möglich an einem gegenseitigen Informationsaustausch teilnehmen, um Übergänge im Gesundheitsbereich im Beitrittsfalle zur EU so harmonisch wie möglich zu gestalten, so Waneck.

Hiebei zeige sich, daß Nachbarländer wie z.B. Slowenien ihr Krankenkassensystem bei historisch gleicher Ausgangslage wesentlich emotions- und vorurteilsfreier und daher moderner zu gestalten in der Lage seien, als dies in Österreich derzeit möglich sei, so Waneck. Obwohl, so Waneck, die Standorte nicht wirklich vergleichbar seien. Der Vorteil Sloweniens sei jedoch darin begründet, daß dort der Not gehorchent, in der Umsetzung vernünfiger geplant werden könne, weil die verantwortlichen im Gesundheitswesen nicht durch festgefahrene Meinungen blockiert seien, so Waneck.

Im Zuge der Eröffnung des Kongresses ging Waneck auch auf die derzeit aktuelle Lage im österreichischen Gesundheitswesen ein. "Die Maßnahmen der Bundesregierung beginnen zu greifen", so Waneck. "Allerdings müssen wir Druck machen, daß sie rascher umgesetzt werden, denn so könnten wir uns noch mehr ersparen", erläuterte Waneck anhand neuerster Zahlen aus dem Hauptverband.

Auch die defacto-Einigung mit den westlichen Bundesländern im Bezug auf eine § 15a Vereinbarung als Grundlage für die Weiterführung und Weiterentwicklung der Leistungsbezogenen Krankenhausfinanzierung (LKF), zeige die positive Wirkung einer klaren zielstrebigen sachlichen Gesundheitspolitik, wie sie derzeit von der Bundesregierung betrieben werde, betonte Waneck.

Verantwortlich dafür, daß es noch keine LKF-Gesamtvereinbarung gebe, sei der steirische Wahlkampf, bei dem eine Partei (SPÖ) versuche eine Lösung vor der Wahl zu verhindern, betonte Waneck. "Ich bin aber optimistisch daß nach dem 15.10.2000 auch hier Sachlichkeit obsiegen wird", so Waneck.

Hauptthemen der Tagung sind:

  • Das DRG-System (Diagnosis Related Groups) wo Österreich führend ist.
  • Arbeitsmedizin
  • Arbeitszeitgesetz und generelle Arbeitsplatzbedingungen für Ärzte
  • Statement zu den Basisbedingungen der europäischen Gesundheitspolitik
  • Fragen des Status der sozialen Krankenversicherungen
  • Organtransplantationen
  • Akkredidierung von Gesundheitseinrichtungen
  • Organisation der Notfalleinrichtungen
  • Erfahrungsberichte aus den Mitgliedsländern

"In diesem Fragen ist die FEMS und damit auch Österreich federführend in der Erarbeitung gemeinsamer europäischer Qualitätsstandards", schloß Waneck. (Schluß) mg nnn

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