Görg/Nettig: Große Einkaufsstraßen-Förderungsinitiative in Wien

Wien, (OTS) Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg und dem Präsidenten der Wiener Wirtschaftskammer KR Walter Nettig wurde am Freitag auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Wiener Einkaufsstraßen massiv zu fördern. Einkaufsstraßen seien die Visitenkarte einer Stadt für internationale Investoren und Touristen. Ihr äußeres Erscheinungsbild entscheide aber auch wie sehr eine Einkaufsstraße bei den heimischen Kunden punkte, so der Tenor der beiden Stadtrepräsentanten.

Knapp zehn Jahre lang habe die Wiener Wirtschaftskammer Einkaufsstraßen gefördert und wurde dabei von Anfang an vom Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) unterstützt. Zu Beginn, im Jahr 1992, hat der WWFF die Wiener Einkaufsstraßen mit einer jährlichen Förderung von 1 Mio. Schilling unterstützt, heuer schießt der Fonds 22,5 Mio. Schilling zur Attraktivierung und Förderung der Wiener Einkaufsstraßen zu.

Förderoffensive - bis zu 150 Millionen für Reanimation von Einkaufsstraßen

Nach dem Motto: Förderoffensive für die Wiener Einkaufsstraßen der Stadt Wien, hat sich Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg bei der Unterstützung der Wiener Einkaufsstraßen besonders stark gemacht und sich mit Finanzstadträtin Mag.
Brigitte Ederer darauf geeinigt, dass die Stadt Wien einen eigenen Förderbetrag von bis zu 150 Mio. Schilling zur Attraktivierung der Wiener Einkaufsstraßen bereitzustellen.

"Einkaufsstraßen sind wie Arterien in einem Organismus - sie pulsieren, sie leben und sie sind zentrale Versorgungsstellen. Wir haben in Wien 100 Einkaufsstraßen. Viele davon sind allerdings vor einem Vierteljahrhundert zum letzten Mal "gestaltet" worden," so Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg. "Um als Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb weiterhin bestehen zu können, müssen wir als Stadt alles dazu tun, um die Attraktivität der Wiener Einkaufsstraßen zu erhalten und auszubauen," so der Vizebürgermeister weiter. Zum vereinbarten Förderbetrag, den Vizebürgermeister Görg mit Finanzstadträtin Ederer vereinbart hat, sagte er: "Da müssen wir klotzen und nicht kleckern."

Bis zu 15 aktive Einkaufsstraßen (3 Haupt- und 12 kleinere Einkaufsstraßen) könnten damit saniert werden. Haupteinkaufsstraßen, wie z.B. die Favoritenstraße (Fußgängerzone), die 25 Jahre lang unverändert blieb, sollten durch ein neues Beleuchtungs- und Begrünungskonzept, durch neue Stadtmöbel (Bänke, Abfalleimer, etc.) und neue Fassaden- und Portalgestaltungen freundlicher und von der Atmosphäre her angenehmer gestaltet werden. Bei kleineren Einkaufsstraßen sind manchmal nur punktuelle Maßnahmen, wie Begrünungen, das Aufstellen von Vitrinen etc. notwendig. Die Attraktivierung der Mariahilfer Straße ist das beste Beispiel einer gelungenen Reanimation einer Haupteinkaufsstraße.

Public Private Partnership-Modell bei Förder-Vergabe

Einkaufsstraßen wieder zu urbanen Lebensräumen zu machen, soll aber auch mit konkreten Verpflichtungen für die Geschäftstreibenden verbunden sein. So sind Förderungen für Einkaufsstraßen unter der Bedingung zu vergeben, dass sich mindestens 60 Prozent der in der Geschäftsstraße ansässigen Geschäftstreibenden dazu bekennen, in ein Public-Private-Partnership-Modell, also einen Kooperationsvertrag, einzusteigen. Dieser Vertrag würde die Geschäftstreibenden dazu verpflichten, einen Monatsbeitrag zu leisten: 10.-/m2 Verkaufsfläche, 10.-/Mitarbeiter und 5.-/Laufmetergeschäftsfront. Beispiel: mittleres Handelsunternehmen: Ein Geschäft mit 100m2 Verkaufsfläche, 4 Mitarbeitern und 8 Laufmetern Geschäftsfront würde per Monat 1080 Schilling bezahlen.

Seit 1998 einen Schwerpunkt im Bereich der Wiener Einkaufsstraßen gesetzt

Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg hat seit Amtsantritt in seinem Geschäftsgruppenbereich speziell bei der Straßenneugestaltung einen Schwerpunkt zur Attraktivierung der Wiener Einkaufsstraßen gesetzt. So wurden in den Jahren 1998-2000 für die Oberflächengestaltung der Favoritenstraße, der Reinprechtsdorfer Straße, Alserbachstraße, Kärntner Straße (Kandelaber) und Landstraßer Hauptstraße rund 110 Mio. Schilling ausgegeben.

Knapp zehn Jahre Einkaufsstraßen-Initiative zeigt Wirkung

Neun Jahre nach der Erfindung der Marketinginitiative "Die Wiener Einkaufsstraßen" zieht der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter Nettig, eine erfolgreiche Zwischenbilanz. "Wir haben mit diesem Projekt ein nicht nur österreichweit, sondern
europaweit beispielhaftes Konzept für die Erhaltung der Einkaufsstruktur in einer Großstadt erarbeitet und konsequent weiterentwickelt." Begonnen wurde im Jahr 1992 mit sechs Einkaufsstraßenvereinen und etwa 200 Mitgliedern. "Derzeit halten wir bei über 100 Einkaufsstraßenvereinen mit mehr als 8000 Mitgliedern, wobei 80 Prozent in Streu- und Nebenlagen liegen. Im Einzugsbereich dieser Vereine sind ungefähr 18.000 Unternehmer angesiedelt, die von den Aktivitäten profitieren", so Nettig.

Seit dem Startschuss 1992 bis zum vergangenen Jahr
investierte die WKW in diese einzigartige Maßnahme mehr als 183 Mio. S. Vergangenes Jahr lenkte die WKW fast 50 Millionen
Schilling in die Einkaufsstraßen, ebenso viel brachten die Unternehmer selbst für die Attraktivierung ihrer Grätzel auf. Der WWFF steuerte weitere 22,5 Millionen Schilling bei, so dass insgesamt mehr als 120 Millionen Schilling zur Verfügung standen. Für heuer kann mit einer Steigerung der Investitionen der Unternehmer um etwa 10 Prozent gerechnet werden. "Diese Zahlen belegen, dass die Einkaufsstraßen-Aktionen leistungsorientiert
sind und als Hilfe zur Selbsthilfe dienen. Wir schütten nicht Gelder nach dem Gießkannenprinzip aus, sondern die Vergabe der Mittel hängt vom Engagement der Unternehmen selbst ab", betonte Nettig.

Aktuelle Studie belegt: 76 % der Konsumenten sagen Einkaufen ist jetzt attraktiver

Eine aktuelle Studie belegt die Richtigkeit des
eingeschlagenen Kurses. In einer Befragung von 600 Unternehmern (Mitglieder und Nicht-Mitglieder von Einkaufsstraßen-Vereinen) bezeichneten fast 80 Prozent das Engagement der Wirtschaftskammer Wien für die Einkaufsstraßen als positiv. Etwa 86 Prozent aller Befragten und 90 Prozent der Vereinsmitglieder vertreten die Ansicht, die WKW sollte ihr Engagement für die Einkaufsstraßen noch weiter erhöhen. Die Mitarbeiter des Marketingbüros werden von fast 90 Prozent als freundlich und hilfsbereit bezeichnet. Von den befragten 600 Konsumenten geben drei Viertel an, Einkaufen in Wien sei in den letzten Jahren attraktiver geworden. Ganze 76 Prozent gehen generell gerne in den Wiener Einkaufsstraßen einkaufen. Den Begriff "Die Wiener Einkaufsstraßen" kennen ebenfalls drei Viertel der Konsumenten.

Aktive Straßen verzeichnen Umsatzplus, passive Einkaufsstraßen Umsatzeinbußen

Ganz deutlich lässt sich aus der Studie die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Straßen herauslesen, -
je nachdem, ob sie sich gemeinsam vermarkten oder nicht. So berichten in den "passiven" Straßen ganze 62 Prozent der Unternehmen von fallenden Umsätzen, während 14 Prozent gleich bleibende und nur 24 Prozent steigende Umsatzzahlen vermelden. In den "aktiven" Straßen hingegen mussten nur 35 Prozent sinkende Umsätze hinnehmen, das sind fast nur halb so viele wie in aktiven Straßen. Etwa 30 Prozent der "aktiven" registrieren gleich bleibende Umsätze, 35 Prozent freuen sich über ein Umsatzplus. Auch das Ausmaß des Umsatzschwundes selbst fällt - je nach Aktivität der Straße - unterschiedlich aus. Bei den passiven Straßen betragen die Umsatzeinbußen der Unternehmer im Durchschnitt fünf Prozent, in den aktiven Straßen hingegen nur bis zu maximal einem Prozent.

"Hier sehen wir ganz deutlich, wo anzusetzen ist. Die aktiven Straßen haben die besten Chancen. Und je mehr Unternehmer sich beteiligen, desto stärker steigen diese Chancen an. Nur jene Gebiete, in denen die deutliche Mehrheit der Unternehmer aktiv
ist, können langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein und damit die Nahversorgung sichern", so Nettig.

Jede Einkaufsstraße soll eigenen Einkaufsmanager bekommen

Daher kann es für die WKW nur ein Ziel geben, nämlich alles daran zu setzen, die Mehrheit der Unternehmer zu aktiven Kooperationspartnern zu machen. Mit einer innovativen Strategie
für die Zukunft soll dieses Ziel erreicht werden. In jenen Einkaufsstraßen, in denen bereits eine starke Vereinsstruktur bzw. entsprechende Rahmenbedingungen vorhanden sind, soll im Rahmen
eines Pilotprojektes durch die Installierung eines Managers -ähnlich wie das in Einkaufszentren der Fall ist - ein umfassendes Standortmarketingkonzept erarbeitet und umgesetzt werden.

Dieses Konzept geht weit über die reine Vermarktung der jeweiligen Straße hinaus. Leistungsverbesserung der einzelnen Unternehmer sowie die Optimierung des Gesamtbildes der Geschäfte (Fassaden, Auslagengestaltung etc.) sind zwei der Grundsäulen der zukünftigen Strategie. In Einkaufsgebieten, in denen die Vereinsstruktur noch professioneller strukturiert werden muss,
wird durch intensive Kommunikation sowohl mit den Mitgliedern als auch den Nichtmitgliedern die Basis für professionelles Standortmarketing geschaffen.

"Im Rahmen eines Standortmarketingkonzeptes ist es unverzichtbar, auch das Gesamtambiente der Straße einzubeziehen. Daher freue ich mich außerordentlich, dass sich die Stadt Wien bereit erklärt, ausreichend Mittel zur Verbesserung des Ambientes jener Straßen, in denen mindestens 60 Prozent der Unternehmer aktive Kooperationspartner sind, zur Verfügung zu stellen", erklärte Nettig. Alles zu den Wiener Einkaufsstraßen findet man unter: http://www.einkaufsstrassen.at/ (Schluss) lei

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