Schrammel-Nachlass an Stadtbibliothek

Wien, (OTS) Die Wiener Stadt- und Landesbibliothek erstand
vor wenigen Tagen den Nachlass nach Josef Schrammel (1852 - 1895), einem der beiden Namensgeber des historischen Schrammel-Quartetts. Der Erwerb dieses Wahrzeichens der Wiener Musik kam über Vermittlung des Wiener Antiquariats "Inlibris" zustande. Insgesamt umfasst der Nachlass rund 500 Posten, darunter mehr als 150 Musikautographe, weiters Briefe und das Tagebuch einer
Orientreise, Fotografien und persönliche Dokumente.****

Das Niveau durchschnittlicher Wirtshausmusiker aus der Wiener Vorstadt weit übertreffend erlangte das Schrammel-Quartett in der Besetzung zwei Violinen, hohe Klarinette und Bassgitarre auf Grund seiner raffinierten Arrangements und seines präzisen
Zusammenspiels in der kurzen Zeit seines Wirkens im ausgehenden
19. Jahrhundert internationale Berühmtheit. Dabei verleugneten die vier Musiker jedoch niemals ihre Wurzeln, sodass die "Schrammeln" heute neben Strauß und Lanner weltweit als die Repräsentanten der Wiener Musik gelten und ihr Name zum Kennwort für die von ihnen gepflegte Musiziergattung wurde.

Galt Johann Schrammel als die Seele des Unternehmens, hielten Zeitgenossen seinen jüngeren Bruder, den Primgeiger Josef, für den musikalisch Begabteren. Beide traten auch als Komponisten und Bearbeiter hervor. Von Josefs Werken erfreut sich vor allem das Walzerlied "Vindobona, du herrliche Stadt" bis heute großer Beliebtheit.

Eigenhändige Notenhandschriften wie auch Briefe der "Schrammeln" gelten auf den internationalen Autographenmarkt als Rarität. Während der Nachlass Johann Schrammels in alle Welt zerstreut wurde, erhielt sich jener Josefs bis in unsere Tage geschlossen in Familienbesitz. Der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, die bereits den Nachlass Anton Strohmayers, des Gitarristen des Ensembles, sowie einige Autographe Johann
Schrammels verwahrt, gelang mit dem jetzigen Ankauf eine äußerst wertvolle Ergänzung ihres Bestands auf einem ihrer ureigensten Sammelgebiete.

Der Nachlass Josef Schrammels umfasst über fünfhundert Posten, darunter mehr als 150 Autographe von originalen Kompositionen Johann, Josef und Kaspar Schrammels sowie von deren Bearbeitungen fremder Werke. Diese Manuskripte bilden eine ideale Basis für die Rekonstruktion des weitgehend verloren gegangenen Klangbildes des Quartetts der Brüder Schrammel.

Besonders hervorzuheben ist weiters das von Josef Schrammel während seiner Orientreise 1869-1871 geführte Tagebuch, das nicht nur als persönliches, sondern auch als Zeitdokument von Bedeutung ist. Eine umfangreiche Sammlung von Briefen Josef Schrammels -bisher waren in öffentlichen Sammlungen keine solchen bekannt -sowie Briefe an Johann und Josef Schrammel, weitere Familienkorrespondenz, Fotografien und persönliche Dokumente der Familienmitglieder ergänzen den kulturgeschichtlich äußerst wertvollen Bestand. (Schluss) gab/vo

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