Die Stadt Wien setzt sich für frauengerechtes Planen ein

Wien, (OTS) Sicherheit beginnt bei der Stadtplanung. Dass Frauen dabei andere Bedürfnisse als Männer haben, zeigt sich in vielen Umfragen. In Wien engagiert sich die Leitstelle "Alltags-
und frauengerechtes Planen und Bauen" der Stadtbaudirektion seit zwei Jahren für diese bis jetzt vielfach vernachlässigten planerischen Belange. Die österreichweit einzige "Frauenplanungsstelle" ist Mitbegutachterin bei zur Förderung eingereichten Wohnbauprojekten, engagiert sich für geschlechtsspezifische Parkgestaltung, berät ArchitektInnen, erstellt Lichtkonzepte und vieles mehr - kurzum, ist für all die vielen "Kleinigkeiten" da, die Frau Leben und Wohnen in der Stadt erleichtern. Noch heuer sollen zwei Parks fertiggestellt werden,
ein Beleuchtungskonzept für das Schöpfwerk wird entwickelt und der Wettbewerb für eine zweite "Frauenwerkstatt" läuft gerade.****

"Mädchen haben eine Vorliebe für Geschicklichkeitsübungen und fühlen sich in Ballspielkäfigen mit nur einem Eingang unsicher", nennt DI Claudia Prinz von der Leitstelle nur ein Beispiel für geschlechtsspezifische Parkplanung. Der Einsiedlerpark und der St.-Johann-Park im 5. Bezirk werden derzeit nach solchen Kriterien umgestaltet. Übersichtlichkeit und eine gute Ausleuchtung sollen das Sicherheitsgefühl erhöhen. Offen zugängliche Ballspielfelder, Geräte zum Training der Balance oder wegbegleitende Spiele, wie Hüpfspiele, sollen den Mädchen entgegenkommen, Parks ebenso intensiv zu nutzen wie das dominante männliche Geschlecht. Anfang nächsten Jahres sollen die beiden Grünflächen bespielbar sein. "Eine Betreuung wäre ebenfalls notwendig, um Gewohnheiten aufzubrechen", wünscht sich die Planerin. Beim Odeonpark sollen Mädchen von Anfang an in die Planung einbezogen werden. "Diese gezielte geschlechtssensible Gestaltung öffentlicher Parks ist
auch europaweit ein Novum und soll Vorbildwirkung haben", betont Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner, die gemeinsam mit
Margaretens Bezirksvorsteher Ing. Kurt Wimmer die mädchengerechte Umgestaltung ermöglicht hat. Ziel ist es, in jedem Bezirk ein Projekt zur geschlechtssensiblen Freiraumgestaltung umzusetzen.
Ein anderes Projekt der vier Frauen (zwei Planerinnen, eine technische Zeichnerin und eine Sekretärin) starken Leitstelle "Alltags- und frauengerechtes Planen und Bauen" ist das Gestaltungskonzept Am Schöpfwerk. Eine Befragung der Bewohner attestierte der Siedlung ein großes Unsicherheitspotential und
eine geringe Identifikation mit dem Außenbereich. Ein eigens dafür erstelltes Beleuchtungskonzept von Architektin Silja Tillner - mit einer helleren Beleuchtung des Hauptweges, der Ladenzeile und
einer eigenen "Schöpfwerkleuchte" - zielt auf eine bessere Orientierung und ein höheres Sicherheitsgefühl ab. Jetzt hängt es von der Finanzierung ab, ob alle Vorschläge verwirklicht werden können.

Eine zweite "Frauenwerkstatt" könnte bald im Süden Wiens - in der Troststraße - entstehen. Der Wettbewerb läuft gerade. "In diesem Projekt soll auch die Betreuung älterer Menschen berücksichtigt werden - darunter sind sehr viele Frauen - ,damit diese so lange wie möglich zu Hause leben können", erzählt Claudia Prinz, die den Schwerpunkt der Leitstelle in den Bereichen
"Sozialer Wohnbau und Parks" ansiedelt. Gemeinsam beurteilt das weibliche Team Flexibilität und Übersichtlichkeit von geplanten Wohnbauten, Belichtung und Belüftung von Arbeitsbereichen, kontrolliert, ob an Waschküche, Fahrrad- und Kinderwagenstellplätze gedacht wurde und vieles mehr. Entscheidungsbefugnis bei der Vergabe der Wohnbauförderung hat sie keine, aber: "Die Erfüllung unserer Forderungen hat durchaus Einfluss auf die Vergabe der Gelder", betont Prinz. (Schluss) spe

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