Arbeiterkammer NÖ bereitet Klage gegen Raiffeisensektor vor

Verhandlungen zur Rückzahlung der Kreditzinsschäden in Wien und NÖ gescheitert

Wien (OTS) - Die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Niederösterreich deckte im Oktober 1999 auf, daß österreichische Kreditinstitute ihren Kunden jahrelang zu hohe Zinsen verrechnet haben. Im "Kreditzinsskandal" geht es um Beträge in Milliardenhöhe. Über 24.000 Verträge besorgter Kreditnehmer sind bereits in der Konsumentenberatung der AKNÖ eingetroffen, die an der Kontrolle der Kreditverträge arbeitet.
Seit Monaten ist die AKNÖ bestrebt, mit allen Kreditinstituten Verhandlungen zu führen, um eine umfassende und auch schnelle Lösung der betroffenen Kreditfälle zu finden.

Mit einem Großteil der Banken und Sparkassen gestalteten sich die Gespräche konstruktiv. Mit der GE-Capital-Bank GmbH, Ersten Bank, Creditanstalt und der Bank Austria konnten die Verhandlungen bereits positiv für die Kreditnehmer beendet werden. Auch mit dem überwiegenden Teil des Sparkassensektors zeichnen sich erfolgreiche Ergebnisse ab.

Im Gegensatz dazu sind die langwierigen Verhandlungen mit Vertretern der Raiffeisen-Landesbank Wien, NÖ und der Raiffeisen-Zentralbank endgültig gescheitert. Der Raiffeisensektor lehnte das Berechnungsmodell der AKNÖ ab, obwohl dies von den anderen Kreditinstituten anerkannt wurde. Damit ist eine außergerichtliche Lösung zugunsten der geschädigten Kreditnehmer nicht mehr möglich. Bankeninsider aus Niederösterreich vereisen darauf, daß in Salzburg und Oberösterreich sehr wohl Vereinbarungen mit der Raika getroffen werden konnten.

Helmut Guth, Direktor der Arbeiterkammer NÖ: "Solange wir Verhandlungen mit den Raiffeissenbanken führten, hielten wir die Prozeßakten zurück. Jetzt werden wir diese Fälle mit den Berechnungsergebnissen der AKNÖ bei Gericht anhängig machen."

Damit den Mitgliedern rascher zu ihrem Recht und vor allem Geld verholfen werden kann, ziehen die Kreditexperten der AKNÖ in Erwägung, ein neues Modell der Klagsführung zu bestreiten. Mehrere hundert Fälle könnten bei Gericht in einer Art "Sammelklage" eingebracht werden.

Bei einer durchschnittlichen Kreditsumme von ATS 315.000,- macht der Zinsenschaden pro Fall im Schnitt ATS 30.924,- aus. Aber es gibt auch viel krassere Fälle: Eine Raiffeisenkasse im südlichen Niederösterreich berechnete 160.000,- Schilling zuviel Zinsen bei einer Kredithöhe von ATS 400.000,-. In der Raiffeisenbank Wien zahlte eine andere Kundin bei einem Kredit von ATS 300.000,- ein mehr an Zinsen von ATS 76.700,-.
Der Leiter der Konsumentenabteilung der AKNÖ, Günther La Garde, zeigt sich auch über die Vorgehensweise der Raiffeisenbanken gegenüber ihren Kunden empört: "Uns sind Fälle bekannt, in denen Kunden bewußt desinformiert und beschwichtigt werden. Oft bekommen sie willkürlich kleinere Entschädigungsbeträge geboten, soferne sie von einer Überprüfung der Kreditverträge absehen. Das sind Bazarmethoden, die mit Seriosität nichts mehr zu tun haben."

Unsere Mitglieder haben das Recht auf Überprüfung der Kreditverträge, betont die AK NÖ.
Auch wenn die Prozesse zur Durchsetzung ihrer Ansprüche Zeit brauchen - der Anspruch auf Rückzahlungen überhöhter Zinssätze bleibt bestehen und verjährt erst nach 30 Jahren.

Für Rückfragen stehen Ihnen die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Niederösterreich unter 01/58883/1616 zur Verfügung. (Schluß)

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