Keusch: Strukturdefizite in der NÖ-Tourismuswirtschaft

Werkzeuge nutzen, anstatt ständiges 'Herumdoktern' an vorliegenden Konzepten

St. Pölten, (SPI) - "Eine allzu globale Sichtweise versperrt oftmals den Blick auf die regionalen Gegebenheiten. Der NÖ Tourismus hat sich in seiner Gesamtheit nicht negativ entwickelt. Wenn wir heute Erfolge der Vergangenheit bejubeln, so müssen wir aber auch den Tatsachen ins Auge sehen, dass viele Regionen Niederösterreichs von der positiven Entwicklung im NÖ Tourismus ausgeklammert blieben, ja sogar eine negative Entwicklung hinnehmen mussten. Wenn wir im Jahr 1999 eine Steigerung der Übernachtungen in ganz Niederösterreich um rund 1 Prozent verzeichnen konnten, so bedeutet dies beispielsweise im Detail für das Weinviertel ein Plus von 4,6 Prozent. Auch das Waldviertel kann eine Steigerung von 2,5 Prozent verbuchen. Im Mostviertel und auch im Industrieviertel fallen die Zuwächse mit 0,3 Prozent bzw. 0,2 Prozent schon bescheidener aus", so der Tourismussprecher der NÖ Sozialdemokraten, LAbg. Eduard Keusch, zum jüngst im NÖ Landtag diskutierten NÖ Tourismusbericht.****

Bezirksspezifisch sind die Defizite augenscheinlich. So musste der Bezirk Baden ein Nächtigungsminus von 1,3 Prozent hinnehmen, das Schlusslicht ist die Statutarstadt Waidhofen/Ybbs mit einem Minus von 10,7 Prozent. Generell sind leider die Ausländernächtigungen zurückgegangen, teilweise konnte diese Entwicklung durch Zunahmen bei Inlandsgästen wettgemacht werden. Niederösterreich hat es also nicht geschafft, eine besondere ‚Anziehungskraft‘ zu erreichen", so der SPNÖ-Tourismussprecher.

Der große Wurf ist der verantwortlichen Tourismusabteilung nicht gelungen, noch immer dümpeln wir in der allgemeinen Entwicklung mit, ohne mit einer gezielten Schwerpunktsetzung den ‚Durchschnitt‘ zu überspringen. Das neue Tourismusleitbild - oder Kursbuch - ist eine wertvolle Grundlage, jedoch fehlen noch immer die konkreten Umsetzungsstrategien. Strukturanalysen, Feinstudien, Detailkonzepte, Entwicklungsschwerpunkte und eine Umstellung der Förderstrukturen -weg von der Giesskanne hin zu projekt- und unternehmensspezifischen Schwerpunkten - sind derzeit nur in Ansätzen sichtbar.

"Die Marke ‚Donauraum‘ wird kaum vermarktet, wir kreieren ‚Riesenmostbirnen‘ als Marke für das Mostviertel, die sicher nicht die Urlauber in Scharen anlocken wird. Der Donauradweg ist noch immer nicht fertig, das Destinationsmanagement steckt noch in den Kinderschuhen, zu viele verschiedene Institutionen und Vereine rittern um den Gast, was eine gemeinsame und strategisch offensive Vermarktung erschwert. Der Weinherbst verkommt zu einem Instrument der Selbstdarstellung für manche Landespolitiker, die Fondsfinanzen des NÖ Tourismusfonds verschlechtern sich zusehends", kritisiert Keusch.

"Mein Appell gilt all jenen, die es in der Hand haben: Die NÖ Tourismuswirtschaft muss mit den verantwortlichen Politikern endlich den großen Wurf wagen. Wir müssen uns nicht nur vom Durchschnittsangebot abheben, sondern auch die Infrastruktur bieten, um touristische Hoffnungsträger besser vermarkten und dem anspruchsvollen Gast entsprechende Angebote offerieren zu können. Einhergehend damit ist es jedenfalls notwendig, dass wir über Bundesländergrenzen hinweg auf eine gemeinsame Vermarktung setzen. Im Bereich des Kultur- und Städtetourismus bietet sich ungenutztes Tourismuspotential an, wobei hier selbstverständlich eine gemeinsame Strategie mit der Bundeshauptstadt Wien anzustreben ist. Ein ständiges ‚Herumdoktern‘ an fertigen Konzepten ist nicht zielführend. Wir haben die Werkzeuge in der Hand, wir brauchen sie nur effizienter und offensiver einzusetzen", so LAbg. Keusch abschließend. (Schluss) fa

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