Konfliktprävention und Entwicklungszusammenarbeit Internationale Experten diskutieren in Wien die Ursachen und Auswirkungen von Konflikten in Afrika

Im Rahmen einer vom Institut für Friede, Umwelt und Entwicklung, der Politischen Akademie, der Freiheitlichen Akademie und dem Außenministerium veranstalteten internationalen Konferenz "Friede und Entwicklung in Afrika" diskutierten heute Vertreter der österreichischen Bundesregierung mit hochrangigen internationalen Politikern und Experten Strategien zur Konfliktprävention in Afrika. Neben einer Analyse von Konfliktursachen widmeten sich die Referenten auch den globalen Auswirklungen von bewaffneten Konflikten und den Handlungsmöglichkeiten der Entwicklungszusammenarbeit in diesem Umfeld.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass erfolgreiche Konfliktprävention in Entwicklungsländern nur durch verstärkte, international koordinierte Armutsbekämpfung zu erreichen ist.

Armut und Konflikt: zwei Seiten einer Medaille

Afrika ist die am meisten von Konflikten betroffene Weltregion, allein im letzten Jahr gab es 19 Kriege und Bürgerkriege. Dass Armut eine der Hauptursachen von Konflikten und Flüchtlingsströmen in Afrika ist, machte der Direktor der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit, Walter Fust deutlich. Er präsentierte das Schweizer Modell, das unter dem Begriff der umfassenden menschlichen Sicherheit operiert. Sicherheit ist demnach nicht nur das Fehlen von Konflikten sondern hat soziale, wirtschaftliche und politische Aspekte, die in die Entwicklungszusammenarbeit einfließen müssen.

Der ugandische Oppositionsführer Paul Ssemogerere und der burundische Minister für Menschenrechtsfragen, Eugene Nindorera, widmeten ihre Referate vor allem dem Zusammenhang von Armut und politischer Instabilität als Ursachen von gewaltsamen Konflikten. Am Beispiel Burundis zeigte Nindorera die massiven ökonomischen Folgen von Konflikt und Flüchtlingswellen sowohl im Herkunftsland als auch im Aufnahmeland auf. Im Zusammenhang mit Konfliktprävention und Entwicklungszusammenarbeit hob Nindorera die besondere Rolle Österreichs in den burundischen Friedensverhandlungen hervor: "Ohne Hilfe von Partnerländern wie Österreich hätte Burundi die Friedensverhandlungen von Arusha nicht organisieren können. Diese Verhandlungen, so hoffen wir jedenfalls alle, werden den Konflikt beenden, der Burundi seit über 30 Jahren spaltet."

Globale Verantwortung für Entwicklung

In Vertretung von Außenministerin Ferrero-Waldner ging der stv. Außenamts-Generalsekretär Christian Prosl auf die Möglichkeiten der Entwicklungszusammenarbeit ein, um den Teufelskreis aus Armut und Gewalt zu durchbrechen. "Entwicklung ohne Friede ist nicht möglich. Und ohne nachhaltige Entwicklung kann es keinen dauerhaften Frieden geben." Prosl betonte die gemeinsame Verantwortung von Geberländern und Entwicklungsländern für eine erfolgreiche Entwicklung Afrikas. "Wir müssen die Leistungen unserer Partner in Afrika anerkennen und sie dabei unterstützen, und zwar mit einer besser koordinierten internationalen Zusammenarbeit. Das heißt, wir müssen die Instrumente, die uns Wirtschaftspolitik und Außenpolitik anbieten, in die Strategien der Entwicklungszusammenarbeit stärker einbauen und nach einem ganzheitlichen Entwicklungskonzept arbeiten." Gleichzeitig sollten die Geberstaaten aber auch Leistungen von den Entwicklungsländern einfordern dürfen. Denn: "Für ein stärkeres Engagement in Afrika benötigen die Geberstaaten demokratische Partner, die die Regeln der guten Regierungsführung wahren."

FPÖ-Generalsekretär Peter Sichrovsky ging als Vertreter von Vizekanzlerin Riess-Passer auf Binnenmigration und Nord-Süd-Migration als globale Folgen von Armut und Konflikt in Entwicklungsländern ein und schloss mit einem Bekenntnis der österreichischen Bundesregierung zu den internationalen entwicklungspolitischen Zielen: "Wir müssen es vermeiden, dass Floriani-Prinzip im Umgang mit den weltweiten Flüchtlingsströmen anzuwenden und uns endlich mehr der Bekämpfung der Ursachen zuwenden. Jedes Land hat dazu beizutragen, auch Österreich. Entwicklungszusammenarbeit ist ein geeignetes Instrument - wenn auch nicht das einzige - zur Bekämpfung der globalen Ungleichheiten. Daher unterstützt die österreichische Bundesregierung die wesentlichen Zielsetzung und die Arbeit der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit"

Eine Dokumentation der Konferenz ist in wenigen Tagen auf der Homepage der Politischen Akademie abrufbar: www.modernpolitics.at

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