Die Behandlungsrichtlinien für H.pylori-Infektionen sind aktualisiert worden, um neue Erkenntnisse in der Pathophysiologie und der Bekämpfung zu berücksichtigen

Rom, Italien (ots-PRNewswire) - Neue, auf Ergebnissen basierende Richtlinien für die Behandlung von Infektionen mit Helicobacter pylori (*) - dem häufigsten Auslöser für Magengeschwüre - wurden auf dem "XIIIth International Workshop of the European H. pylori Study Group (EHPSG)" vom 11. bis 14. Oktober in Rom verkündet.(1) Die Richtlinien bieten praktische Empfehlungen für alle, die primär an der Bekämpfung der Bakterien arbeiten - Allgemeinmediziner sowie Spezialisten.

Die neuen Empfehlungen wurden auf dem EHPSG-Treffen in Maastricht vom 21. bis 22. September von einer ausgewählten Gruppe bestehend aus Allgemeinmedizinern, Spezialisten und Vertretern nationaler Gastroenterologie-Vereinigungen ausgearbeitet. Gemeinsam einigten sich die Teilnehmer auf die beste Art, potenzielle Patienten zu identifizieren und eine Therapie zu erstellen.

Professor Peter Malfertheiner, Vorsitzender der Gruppe und Professor für Gastroenterologie an der Otto van Gueriche Universität in Deutschland, sagt: "Wichtige neue Erkenntnisse sind in den vergangenen vier Jahren seit dem ersten Maastricht Report 1996 gewonnen worden. Unsere Gruppe fand es wichtig, die ursprünglichen Richtlinien für die Behandlung von H.pylori angesichts der neuen Entwicklungen noch einmal zu überarbeiten."

Zu den Schlüsselelementen der neuen Richtlinien gehören die Empfehlung an Ärzte, die Krankengeschichte der Patienten genau zu studieren, Patienten mit Magengeschwüren langfristig zu testen und mit einer periodischen Anti-Sekret-Therapie zu behandeln. Die Beseitigung der H. pylori-Infektion kann den Bedarf an langfristigen Therapien reduzieren und Kosten für Medikamente mindern. Die Richtlinien betonen auch, dass die Bekämpfung von H. pylori als Möglichkeit der Behandlung von Patienten mit funktionalen Verdauungsstörungen angesehen werden sollte.

Die Gruppe kam zu dem Schluss, dass die Bekämpfung von H. pylori meistens nicht mit dem Auftreten der Gastroesophageal Reflux Disease (GERD) zusammenhängt und auch bereits existierende Gastroesophageal Reflux Diseases nicht verschlimmert. Ärzte können also in diesen Fällen mit der Bekämpfung von H. pylori beginnen. Bei Patienten, deren Zustand eine langfristige Säure-Unterdrückung notwendig macht, wird die Bekämpfung von H. pylori besonders stark empfohlen.

Professor Malfertheiner betont: "Es ist wichtig, dass Ärzte die Bekämpfung von H. pylori als ein Therapiepaket betrachten, bestehend aus einem ersten und einem zweiten Therapieplan. Wenn der erste Versuch fehlschlägt, sollte der Arzt sofort auf die zweite Strategie umschalten, um eine erfolgreiche Bekämpfung zu gewährleisten."

"Die Richtlinien empfehlen auf der Basis neuer Studien eine einwöchige Dreifachtherapie ohne die Notwendigkeit einer Folgetherapie als ersten Behandlungsversuch mit einem Säure-Suppressor. Dies wird die Medikamentenkosten drastisch reduzieren", so Malfertheiner.

Wie im Report beschrieben, ist der erste Behandlungsversuch eine Dreifachtherapie. Die Therapie umfasst:

Proton Pump Inhibitor (PPI) Äoder Ranitidine WismutzitratÜ Standard-Dosierung - zwei Mal täglich

Clarithromycin 500 mg - zwei Mal täglich

Amoxicillin 1000 mg - zwei Mal täglich oder Metronidazole 500 mg -zwei Mal täglich

Diese Kombination sollte mindestens sieben Tage lang eingenommen werden. Sie ist bei etwa 90 Prozent der Patienten erfolgreich.

Die Empfehlung für einen unter Umständen notwendigen zweiten Therapieversuch lautet:

PPI Standard Dosis - zwei Mal täglich

Wismut-Subsalicylat / Subzitrat 120 mg - vier Mal täglich

Metronidazole 500 mg - drei Mal täglich

Tetracycline 500 mg - vier Mal täglich

Diese Kombination sollte mindestens sieben Tage lang eingenommen werden. Falls auch dieser Versuch scheitert, ist die Folgebehandlung vom Einzelfall abhängig.

Die EHPSG ist eine Gruppe mit Vertretern aus verschiedenen Fachrichtungen. Sie besteht aus jeweils einem Repräsentanten aus jedem EU-Mitgliedsland und der Schweiz. Aktuell gehören sieben Gastroenterologen dazu, zwei Pathologen, ein Immunologe und vier Bakteriologen. Der erste Maastricht Report ist im "European Journal of Gastroenterology & Hepatology" 1997 veröffentlicht worden (2).

(*) Anmerkung für Redakteure:

H. pylori sind spiralenförmige Bakterien mit rutenartigen Schwänzen (flagella). Sie sind der primäre Auslöser für Gastritis weltweit und ein häufiger Auslöser für Magengeschwüre.

Anmerkungen:

(1). European Helicobacter pylori Study Group. Current Concepts in the Management of Helicobacter pylori Infection. The Maastricht 2 -2000 Consensus Report.

(2). Malfertheiner P, M grouad F, O'Morain C, et al. Current European concepts in the management of H. pylori infection - the Maastricht Consensus Report. European Journal of Gastroenterology & Hepatology 1997; 9: 91-92.

ots Originaltext: European Helicobacter pylori Study Group
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