Arbeitslosengeldsperre: Regierung und Wirtschaft sind gefordert

HGPD legt Modell zur Saisonverlängerung vor

Wien (HGPD/ÖGB). "Geht es nach den Regierungsplänen zur sozialen Treffsicherheit sollen ja Arbeitslose in Zukunft bei befristeten Dienstverträgen und einvernehmlichen Kündigungen in Zukunft vier Wochen auf das Arbeitslosengeld warten müssen. Jetzt spricht aber sogar schon Finanzminister Grasser, in Abstimmung mit einem einfachen Parteimitglied aus Kärnten, von Abfederungen für die rund 70.000 ArbeitnehmerInnen im Tourismus, die davon zweimal im Jahr betroffen wären", erklärt der Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), Rudolf Kaske: "Wir haben aber bereits gehandelt und gestern bei einem Sozialpartnergespräch in der Wirtschaftskammer unser Saisonverlängerungskonzept auf den Tisch gelegt." Dieses Modell brächte für alle Beteiligten Vorteile, so Kaske.++++

"Das Problem der Saisonarbeitslosigkeit ist uns schon länger bekannt. Mit unserem Modell der Saisonverlängerung gäbe es nur Gewinner", erläutert der HGPD-Vorsitzende: "Die Arbeitslosenversicherung würde entlastet, die ArbeitnehmerInnen würden Versicherungszeiten gewinnen und die Wirtschaft hätte keine Engpässe in der Personalfindung." Laut HGPD-Modell soll etwa ein Drittel der angefallenen Überstunden zu Saisonverlängerung angerechnet werden. Kaske: "Von Seiten der Arbeitgeber wurde der Wunsch nach längeren Arbeitszeiten und höheren Wochendurchrechnungszeiten deponiert. Wir sind bereit Modelle, die Allen etwas bringen mit zu tragen. Einseitige neue Belastungen, egal, ob von Wirtschaft oder Regierung, werden wir nicht kommentarlos hinnehmen.

Am Montag kommender Woche wird weiter verhandelt. Die
Gewerkschaft HGPD erwartet, dass Regierung und Wirtschaft alles dazu beitragen, dass Maßnahmen dieser Art nicht so verwirklicht werden, sondern vernünftige Modelle Platz greifen. "Noch ist es Zeit konstruktive Lösungen zu finden, auch wenn es schon fünf Minuten vor Zwölf ist", schloss Kaske.(kk)

ÖGB, 12. Oktober 2000
Nr. 845

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