Anton-Benya-Preise wurden heute im Wiener Rathaus verliehen

Preise zur Förderung der Facharbeit

Wien (ÖGB). Im Wiener Rathaus fand heute, Donnerstag, im Rahmen eines feierlichen Festaktes die Preisverleihung des Anton-Benya-Stiftungsfonds statt. Ein Hauptpreis ging an ein Pilotprojekt des bfi in der Steiermark, ein EDV-Schulungssystem für Blinde und Sehbehinderte. Das Spektrum der Berufe, in denen Blinde und Sehbehinderte bisher ausgebildet wurden, war sehr eingeschränkt. Durch das neue System wurden diese Schranken vom bfi Steiermark durchbrochen. Gefördert wird der Kurs vom europäischen Sozialfonds und dem Bundessozialamt Steiermark. Ziel des Projektes ist es, Blinden und sehbehinderten Menschen Arbeitsstellen im Bereich der EDV zu eröffnen.++++

Zur Ausbildung gehört auch ein dreimonatiges Praktikum, in dem die KursteilnehmerInnen ihr neu erworbenes Wissen festigen können. Dafür stehen ihnen sowohl Telearbeitsplätze vom bfi Steiermark als auch die Tätigkeit in öffentlichen Institutionen und Betrieben wie Telekom und Ericsson zur Verfügung.
Sehbehinderung kann heute durch moderne Technik kompensiert werden. Blinde und Sehbehinderte haben so die gleichen Chancen wie Nichtbehinderte, am modernen Wirtschaftsleben teilzunehmen und in einen aufstrebenden Arbeitsmarkt integriert zu werden.

Weitere Hauptpreise gingen an das Facharbeiterteam der Österreichischen Staatsdruckerei, deren Briefmarken in der ganzen Welt bekannt sind und vom Entwurf bis zur Fertigung vom Facharbeiterteam hergestellt werden, an Dipl. Ing. Dr. Johann Franek von der Wiengas GmbH, der ein Verfahren zur Entfernung von Brenngasen aus Gasnetzen erfunden hat, an ein 18-köpfiges Team der EVN und Wienstrom, das als Freiwillige unter schwersten Bedingungen im Österreichcamp in Albanien die Elektrifizierung des gesamten Lagers aufgebaut haben.

Einen Hauptpreis erhielt auch Karl Drochter, Leitender Sekretär des ÖGB, der mit Jahresende in Pension geht. Er wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Schon früh engagierte sich der gelernte Gießerei-Facharbeiter für die Bedürfnisse von ArbeitnehmerInnen. Für sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen einzutreten war und ist dem Niederösterreicher stets ein besonderes Anliegen. "Bildung, Chancengleichheit und Information". Dieses Motto zieht sich durch das Lebenswerk von Karl Drochter.

Der Anton-Benya-Stiftungsfonds wurde zum 60. Geburtstag des früheren ÖGB-Präsidenten Anton Benya gegründet. Zweck des Fonds ist es, Wert und Bedeutung der Facharbeit der Öffentlichkeit bewusst zu machen und damit ihr gesellschaftliches Ansehen zu heben.

Neben den Preisverleihungen gab es noch etwas zu feiern:
ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch und Nationalratspräsident Dr. Heinz Fischer gratulierten dem Altpräsidenten Anton Benya in feierlichen Ansprachen zu seinem 88. Geburtstag. (aw)

ÖGB, 12. Oktober 2000
Nr. 842

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