Blindheit anders sehen

Österreichs drei große Blinden-Hilfsorganisationen zum "World Sight Day" am 12. 10. 2000

Wien (OTS) - Anlässlich des "World Sight Day" am 12. Oktober 2000 wenden sich Österreichs drei große Blinden-Hilfsorganisationen - der Blinden- und Sehbehindertenverband ÖBSV, die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen sowie die Christoffel-Blindenmission CBM -erstmals gemeinsam an die Öffentlichkeit: Mit ihrer Initiative fordern die drei gemeinnützigen Vereine die Bundesregierung dazu auf, möglichst rasch alle legislativen Maßnahmen zu ergreifen, die der nach wie vor diskriminierenden Behandlung behinderter Menschen ein Ende setzen, und darüber hinaus auch im Rahmen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit endlich gezielte Akzente im Bereich der Blindheitsverhütung zu setzen.

"Rund 400.000 Österreicher und Österreicherinnen sind stark sehbehindert", weiß Heinz Vogel, Vorsitzender der Hilfsgemeinschaft, und betont: "Aufgabe unserer Organisation ist es, diesen Betroffenen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen und bestehende "Stolpersteine" aus dem Weg zu räumen, sind einerseits die öffentlichen Stellen gefordert, andererseits aber auch Hilfe und Verständnis jedes Einzelnen."

Auch Klaus Guggenberger, Präsident des ÖBSV, erinnert die Verantwortlichen an ihre Verpflichtung: "Wir appellieren an die Regierung, ihre Verbindlichkeit gegenüber all jenen Menschen, die Unterstützung und Hilfe dringend benötigen, auch tatsächlich wahrzunehmen. Denn mit den Schwachen einer Gesellschaft fahrlässig umzugehen, bedeutet nichts anderes, als demokratische Grundwerte aufs Spiel zu setzen."

Weltweit sind bereits mehr als 45 Millionen Menschen völlig erblindet, wobei neunzig Prozent von ihnen in den Armuts- und Hungergebieten der so genannten "Dritten Welt" leben. Weiterhin verlieren mehr als eine halbe Million Kinder jährlich ihr Augenlicht aufgrund von Vitamin A-Mangel, der durch mangelhafte Ernährung entsteht. Ist das einmal geschehen, sinkt die Lebenserwartung dramatisch, d. h. dass innerhalb von zwei Jahren nach Erblindung zwei Drittel aller betroffenen Kinder sterben.

Der engagierte Augenarzt Gerhard Schuhmann von der Christoffel-Blindenmission weiß von zahllosen Auslandseinsätzen, wie wichtig das beharrliche Engagement seiner Organisation ist: "Mit dem World Sight Day wollen wir das Bewusstsein stärken, dass es notwendig und möglich ist, Blindheit in den Ländern der "Dritten Welt" zu verhüten und Erblindeten konkrete Hilfe zu leisten. Ohne rasche Maßnahmen, wie sie die Christoffel-Blindenmission gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO anstrengt, würde sich die Zahl der Blinden innerhalb der nächsten zwanzig Jahre von derzeit rund 45 Millionen auf etwa 80 Millionen erhöhen."

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ÖBSV, Klaus Guggenberger,
Tel.: 01 / 982 75 84 bzw. 0676 / 620 19 72

CBM, Mag. Rupert Roniger,
Tel.: 01 / 810 13 00 - 12

Hilfsgemeinschaft, Dr. Silvia Lausmann,
Tel.: 01 / 330 35 45 - 81 bzw. 0664 / 796 37 79

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