Studien zeigen mögliche zusätzliche Nutzeffekte des anti-epileptischen Arzneimittels / Lamotrigin kann neuroprotektiv wirken und Fortschreiten einer Epilepsie verhindern

Florenz, Italien (ots-PRNewswire) - Für Lamotrigin, ein anti-epileptisches Arzneimittel (anti-epileptic drug, AED) von Glaxo Wellcome mit Breitbandwirkung, wurde in zwei unlängst durchgeführten Tierstudien nachgewiesen, dass es bei Anfällen neuroprotektiv wirkt und ein Fortschreiten der Krankheit verhindert. Die auf dem 4. European Congress on Epileptology (ECE) in Florenz, Italien, vorgestellten Studien zeigen, dass Lamotrigin nicht nur eine hocheffektive Epilepsiebehandlung bei Erwachsenen und Kindern ermöglicht, sondern dass das Arzneimittel möglicherweise auch Mechanismen unterdrückt, die mit der Anfallsentwicklung zusammenhängen(1) und einen Schutz gegen das Absterben von Nervenzellen nach einem Anfall bieten können.(2)

Lamotrigin ist strukturell mit keiner anderen gegenwärtig verfügbaren AED- Therapie verwandt. Es wird die Meinung vertreten, dass Lamotrigin durch eine anwenderabhängige Blockade von spannungssensitiven Natriumkanälen wirkt. Dieser Umstand bewirkt eine Stabilisierung der Neuronenmembran und inhibiert eine übermässige Freisetzung von exzitatorischen Neurotransmittern, wie zum Beispiel Glutamat. In klinischen Versuchen zu vielen verschiedenen Typen von Epilepsien bei Erwachsenen und bei Kindern wurde nachgewiesen, dass bei einer Behandlung mit Lamotrigin die Häufigkeit und die Schwere der Anfälle zuverlässig und effektiv gesenkt werden und dass sich die Lebensqualität der Leidenden verbessert. Lamotrigin ist für die Behandlung von Erwachsenen und Kindern lizenziert und wurde in den vergangenen zehn Jahren weltweit mehr als zwei Millionen Patienten verschrieben.

Nach Meinung der Forscher vom Department of Neurology am Institute of Psychiatry in London hat jedoch Lamotrigin möglicherweise Vorteile, die über das hinausgehen, was üblicherweise in klinischen Versuchen bewertet wird. Professor Steven Williams und sein Team in London untersuchten unlängst die einzigartige Wirkungsweise von Lamotrigin bei der Behandlung von Epilepsie. Sie sind der Meinung, dass Lamotrigin durch die Blockierung der Freisetzung von Glutamat während der epileptischen Anfälle tatsächlich bewirken könnte, dass das Ausmaß der durch die Anfälle verursachten Zellschäden reduziert wird und dass eine nachfolgende Neurotoxizität verhindert wird.

Lamotrigin wirkt möglicherweise neuroprotektiv

Professor Williams und seine Kollegen verwendeten das Pilokarpin-Tiermodell für Anfälle zur Auswertung der neuroprotektiven Wirkung von Lamotrigin. Ein 20-minütiger epileptischer Anfall wurde bei 18 männlichen Ratten chemisch ausgelöst (unter Verwendung von Pilokarpin 380mg/kg/ i.p.). Nach einem Anfall erhielten neun Ratten eine Lamotriginbehandlung (30 mg/kg i.p.), während die restlichen neun Ratten nicht behandelt wurden. Vierundzwanzig Stunden nach dem Anfall zeigte eine Magnetresonanztomographie (Magnetic Resonance Imaging, MRI), dass die mit Lamotrigin behandelten Ratten einen signifikant höheren scheinbaren Diffusionskoeffizienten (Apparent Diffusion Coefficient, ADC) und einen signifikant niedrigeren T2-Wert im Vergleich zu den unbehandelten Ratten hatten, die ebenfalls einen 20-minütigen epileptischen Anfall hatten.

Ein niedriger ADC wird üblicherweise mit der Schwellung und dem nachfolgenden Absterben von Nervenzellen in Zusammenhang gebracht, während ein hoher T2-Wert oft der Marker für eine Gefäßschwellung im Gehirn ist. Im Anschluss an einen epileptischen Anfall beobachtet man üblicherweise diese beiden abnormalen Zustände im menschlichen Hirngewebe des Temporallappens.

Professor Williams gab folgenden Kommentar: "Ein niedriger ADC und hohe T2-Werte sind wohlbekannte Marker von zytotoxischen Ödemen und weisen auf einen neurodegenerativen Prozess hin, der irreparable Zellschäden verursachen kann. Wir freuen uns über das Ergebnis, dass Lamotrigin die Abweichung des ADC und der T2-Werte von den Normalwerten signifikant reduziert. Dieser Umstand legt es nahe, dass Lamotrigin bei der Behandlung von Epilepsie eine bedeutende neuroprotektive Rolle spielen kann."

Lamotrigin verhindert das Fortschreiten der Krankheit

In einer auf dem ECE gesondert vorgestellten Studie wurde auch nachgewiesen, dass Lamotrigin Eigenschaften besitzt, die anti-epileptogenischen Eigenschaften ähneln. Unter Verwendung eines Rat-Kindling-Modells zum Testen der anti-konvulsiven und antiepileptogenischen Eigenschaften von Lamotrigin implantierten die Forscher von Glaxo Wellcome bipolare Stimulations- und Aufzeichungselektroden in das Gehirn von 14 männlichen Ratten, die anaesthäsiert worden waren. Die Ratten wurden täglich stimuliert, und es wurden nach jeder Stimulation die Anfallsklasse (Racine-Skala) und die Nachentladungsdauer (Afterdischarge Duration, ADD) bestimmt.

Diejenigen Tiere, denen Lamotrigin chronisch verabreicht wurde (20 mg/ kg p.o.), zeigten eine signifikante Inhibierung der Anfallsentwicklung, wobei sich die Anfallraten nach Lamotriginentzug wieder in den Kontroll-Levels einpegelten. Dieser Umstand führte dazu, dass die Forscher von Glaxo Wellcome zu folgendem Schluss kamen: Anstatt die Anfallsaktivität einfach nur zu maskieren, unterdrückt Lamotrigin möglicherweise die Mechanismen, die bei der Entwicklung einer Epilepsie auftreten.

Die Ergebnisse beider Studien sind ein weiterer Nachweis dafür, dass Lamotrigin sowohl klinische als auch subklinische Vorteile hat, wenn es bei der Epilepsiebehandlung zur Kontrolle der Epilepsie und zur Verhinderung des Fortschreitens der Krankheit eingesetzt wird. Es werden auch in Zukunft weitere Arbeiten über die anti-epileptogenischen und neuroprotektiven Wirkungen des Arzneimittels durchgeführt.

Glaxo Wellcome ist eines der weltweit führenden forschungsbasierten Pharmaunternehmen. Die Firmenangestellten widmen sich dem Kampf gegen Krankheiten mit Hilfe von innovativen Arzneimitteln und Dienstleistungen für Patienten und für die im Interesse der Patienten tätigen Gesundheitsfürsorgeeinrichtungen.

Literaturhinweise

1. Williams S, et.al. Lamotrigine reduces post-ictal CNS damage in the pilocarpine model of seizures. Poster presentation at ECE 2000.

2. Stratton S, et.al. Lamotrigine demonstrates both anticonvulsant and anti-epileptogenic-like effects in the rat kindling model. Poster presentation at ECE 2000.

ots Original Text Service: Glaxo Wellcome
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Rückfragen bitte an:
Sarah Berglas, CPR Worldwide,
Tel. +44 20 7282 1200,
s.berglas@cprworldwide.com
Thanta Isenhour, Glaxo Wellcome,
Mobilfunk: +44 776 988 0828,
tci26374@glaxowellcome.com

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRN/OTS-PRNEWSWIRE