Wahlfreiheit des Konsumenten kann kein Irrweg sein

Schwarzer: VKI soll sich nicht vor Konsumenten fürchten -Selbstverpflichtung sollte faire Chancen erhalten

Wien (PWK870) - Die Selbstverpflichtung der Wirtschaft pro Mehrweg und pro umweltgerechter Verwertung von Einwegverpackungen stellt die Wahlfreiheit des Konsumenten in den Mittelpunkt. Dies kann schon aus grundsätzlichen Überlegungen heraus kein Irrweg sein, nimmt der Leiter der Umweltpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich, Doz. Stephan Schwarzer, zu den heutigen Aussagen des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) Stellung. Die vom VKI und Vertretern anderer Organisationen in einer Pressekonferenz getätigten Äußerungen zeigten vielmehr, dass nicht jeder Konsumentenvertreter die tatsächlichen Bedürfnisse der Konsumenten im Auge hat.

"Dass es hier um Polemik und nicht um die Sache geht, zeigt ja schon der Umstand, dass der VKI bereits vier Wochen nach Unterzeichnung der Selbstverpflichtungserklärung der Wirtschaft zu erkennen glaubt, dass diese zur Problemlösung ungeeignet ist", kritisiert Schwarzer. Scharf abzulehnen sei der Vorschlag, die Konsumenten durch Zwangspfänder oder Strafabgaben auf den Pfad der Tugend bringen zu wollen. Der VKI gehe offenbar davon aus, dass er besser als die Konsumenten selbst weiß, was gut für sie ist. Ganz zu schweigen von den rund vier Milliarden Schilling Abgabenbelastungen, die der Konsument bei Verwirklichung des VKI-Vorschlags nach Berechnungen des Umweltministeriums tragen müsste.

Dass die Konsumenten mit diesen Vorschlägen wenig Freude haben, zeige ja sogar die VKI-Umfrage selbst. Fast die Hälfte der Befragten, die sich als "Mehrwegfreaks" deklarieren, lehne derartige Maßnahmen ab. Bei einer repräsentativen Umfrage wäre das Ausmaß der Ablehnung wohl noch weit höher, vermutet Schwarzer.

Der Umweltpolitiker der Wirtschaftskammer verweist in diesem Zusammenhang auf Untersuchungen des Umweltbundesamtes, wonach die Einweg- und Mehrwegproblematik differenzierter zu sehen sei. Die Unterschiede in der "Ökobilanz" seien nicht so groß, wie früher immer behauptet wurde. Es hänge sehr vom Einzelfall ab. Dies sei im übrigen auch bei der im Anschluss an die Pressekonferenz geführten Diskussion zum Ausdruck gekommen.

"Man sollte doch dem Versuch, ohne Reglementierung auszukommen, eine faire Chance geben. Statt einem Rückfall in Obrikgkeits-Denken sollte besser die objektive und sachliche Konsumenteninformation im Vordergrund stehen. Gerade dies ist Bestandteil der in Form und Inhalt innovativen Selbstverpflichtungserklärung der Wirtschaft." (hp)

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