ÖGB-Csörgits: Die Frauen trifft es immer

Für 15.000 S kollektivvertraglichen Mindestlohn

Wien (ÖGB). "Das Tempo ist atemberaubend, die Belastungen treffsicher und die Frauen faktisch immer betroffen", so charakterisiert die Vorsitzende der ÖGB-Frauen und ÖGB-Vizepräsidentin, Renate Csörgits, die Politik der derzeitigen Regierung. Csörgits bei der Eröffnung des ÖGB-Bundesfrauenausschusses: "Die Regierung redet schön und viele Frauen sind in ihrer Existenz gefährdet."++++

Ob es nun beispielsweise die Erhöhung der Energiesteuer, die Gebührenerhöhungen für Reisepass und Führerschein, die Abschaffung des Hausbesorgergesetzes, die Aufhebung der vorzeitigen Alterspension wegen gemindert Erwerbsfähigkeit oder die Kürzung der Hinterbliebenenpension ist, bei diesen bereits beschlossenen und in Kraft getretenen Belastungen sind vor allem die Frauen betroffen, so Csörgits. Aber auch die nun angekündigten Belastungen sind "ein Anschlag auf die wirtschaftliche Existenz der Frauen in diesem Land."

Die ÖGB-Vizepräsidentin: "Dieser Regierung geht es einzig und allein darum, dass die Frauen wieder daheim bei Kind und Herd bleiben. Um das zu erreichen ist ihnen jedes Mittel recht. Als neues Frauenbild sehen sie das 'Heimchen-am-Herd' vor sich." Zusätzlich zu dieser frauenfeindlichen Politik komme noch, dass Frauen in der Arbeitswelt sowohl bei den Aufstiegsmöglichkeiten, als auch bei der Einkommensverteilung extrem benachteiligt sind, kritisierte die ÖGB-Frauenvorsitzende.

So betrage nach einer neuen Studie des Arbeitsministeriums der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen noch immer 31 Prozent, Frauen steigen generell mit einem 18 Prozent niedrigeren Gehalt ins Berufsleben ein und ihr Einkommen steigt bei gleicher Tätigkeit langsamer an. Dazu komme noch, dass Männer dreimal so oft wie Frauen die Chance auf eine Führungsposition bekommen. Csörgits:
"Die Einkommensunterschiede basieren auf der Tatsache, dass sich Frauen noch fast immer ausschließlich um Kinder und Haushalt kümmern müssen. Weiters büßen Frauen durch Krenzzeiten, Teilzeitarbeit und geringfügiger Beschäftigung erheblich an Einkommen ein."

Die ÖGB-Frauenvorsitzende fordert daher eine deutliche Anhebung der unteren Einkommen bei den Kollektivvertragsabschlüssen, einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 15.000 S, einen gesicherten Zugang von Frauen auf attraktive Arbeitsplätze, mehr Frauen in die Entscheidungsgremien in allen Bereichen der Gewerkschaften, der Politik, im AMS und in der Sozialversicherung.

Csörgits will alle gesetzlichen Bestimmungen so geändert wissen, dass Frauenförderpläne im öffentlichen und privaten Bereich umgesetzt werden können. Grundsätzlich, so die ÖGB-Vizepräsidentin, "müssen wir Frauen nun eine Politik mit mehr Ecken und Kanten und mit viel mehr Biss machen."(ff)

ÖGB, 11. Oktober 2000 Nr. 837

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