ARBÖ: Verkehrssicherheit leidet unter derzeitiger Verkehrspolitik

Sicherheit auf Österreichs Straßen zum "obersten Gebot" machen

Wien (ARBÖ) - Die Finanzierung des Straßenbaus wird derzeit verzögert und die Verkehrssicherheit auf Österreichs Straßen beeinträchtigt. Die Einführung der elektronischen Lkw-Maut wird endlos diskutiert, während der stetig steigende unternehmerische Schwerverkehr für kaputt gefahrene Schnellstraßen und Autobahnen sorgt, und das Unfallrisiko steigen lässt.

"Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wird durch den zunehmenden Schwerverkehr gefährdet. Durch eine seit 1998 wiederkehrende Verzögerungspolitik verzichtet die Bundesregierung auf Milliarden Schilling für den Straßenbau. Die Frächter werden geschont, die privaten Autofahrer hingegen bei motorbezogener Versicherungssteuer und Mautvignette zweifach zur Kasse gebeten”, kommentiert ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar die einseitige Belastungs- und Verkehrspolitik.

Die Verkehrssicherheit insbesondere die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer hängt mit gut ausgebauten und erhaltenen Straßen eng zusammen. Daher muss der Lkw-Verkehr umgehend mehr als bisher zur Finanzierung der Infrastruktur beitragen, damit wieder ein Vorwärtskommen im Straßenbau erkennbar wird. "Der private Pkw-Fahrer zahlt schon heute den Straßenbau für den zunehmenden Lkw-Verkehr. Einseitige Steuererhöhungen zu Lasten des Pkw-Verkehr und eine massive Quersubventionierung sind aus Sicht des ARBÖ kein brauchbares Rezept in der Verkehrs- und
Verkehrssicherheitspolitik. Spätestens zum 1. Jänner 2001 muss die Kfz-Steuer für den unternehmerischen Verkehr um die angekündigten 900 Millionen Schilling steigen," fordert Dr. Hellar im Interesse der privaten Kraftfahrer.

Die Straßen gehören baulich in einen einwandfreien, sicheren Zustand gebracht. Es ist geradezu fahrlässig, wichtige Straßenbauvorhaben auf die lange Bank zu schieben. Mit der mangelhaften Finanzierung des Straßenbaus wird der Verkehrssicherheit ein schlechter Dienst erwiesen, betont der
ARBÖ.

Gurt-Bewusstsein neu entfachen

81 Menschen verloren seit Jänner dieses Jahres ihr Leben, weil sie sich nicht angegurtet hatten. Durch konsequente Verwendung von Gurt und Kindersitz könnten Menschenleben gerettet werden. Das Risiko, bei einem Unfall getötet zu werden, ist neunmal so hoch
wie für Fahrzeuginsassen, die angegurtet sind.

Im Vorjahr war jeder zweite getötete Pkw-Insasse nicht angegurtet. Auch ihr Leben kann am Sicherheitsgurt hängen.
Trotzdem ist jeder vierte Österreicher ohne Gurt unterwegs, rund ein Drittel der Kinder wird völlig ungesichert befördert.

ARBÖ-Generalsekretär Dr. Hellar: "Man muss in der Öffentlichkeit eine Bewusstseinsbildung immer wieder neu
entfachen, um so die Sicherheit auf unseren Straßen zum 'obersten Gebot' zu machen. Der Gurt ist die Chance in der letzten Instanz. Den Autofahrern muss daher eindringlich vermittelt werden, dass
der Gurt der Lebensretter Nummer eins bei einem Unfall sein kann."

ARBÖ für nationale Verkehrssicherheitskampagne

Zur Verbesserung der Unfallbilanz bedarf es nach Meinung des ARBÖ großer Anstrengungen in der Bewusstseinsbildung, um einen gesellschaftlichen Konsens über das Verhalten im Straßenverkehr zu erreichen. Der ARBÖ tritt daher für eine nationale Verkehrssicherheitskampagne ein, wobei der enorm wachsende Lkw-Verkehr als Schwerpunkt zu behandeln ist. Dr. Hellar dazu: "Nach Ankündigungen müssen endlich Taten folgen. Das Ziel muss sein, Kooperation statt Konkurrenz und Verantwortung statt Gleichgültigkeit unter allen Verkehrsteilnehmern zu erreichen.
Ganz besonders ist das Verhältnis zwischen Lkw- und Pkw-Fahrern zu entspannen, denn alle Fahrer sind Partner auf der Straße."

Nach Meinung des ARBÖ kann nur durch eine ständige Verkehrserziehung und durch Kontrollen der Exekutive, die Verkehrssicherheit auf Österreichs Straßen angehoben werden. Die bestehenden Gesetze sind völlig ausreichend, denn schon jetzt hat die Exekutive und Behörde die gesetzlichen Möglichkeit, die sogenannten "schwarzen Schafe" aus dem Verkehr zu ziehen und mit Führerscheinentzug vorzugehen.

Verkehrsüberwachung ist notwendig. Wenn man nicht mehr Beamte auf die Straßen schicken kann, hat die Verkehrsüberwachung - nach Meinung des ARBÖ - risikobezogener und effizient bei den Gefahrenstellen zu erfolgen. Tempoüberprüfungen stellen sich oft als reine Fiskalmaßnahme dar, wenn nicht dort kontrolliert wird,
wo die Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit gefährliche Folgen haben kann. Den Plänen, auch Private zum Kassieren einzusetzen, erteilt der ARBÖ eine klare Absage.

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