Österreichisches Klimabündnistreffen 2000 in Schwaz

Wien (OTS) - Aktiver Klimaschutz durch umweltgerechte Landwirtschaft Neun Gemeinden durch BM Molterer und LR Gangl ausgezeichnet =
* G E S P E R R T bis Mittwoch, 11. Okt., 17:00 Uhr *

Aktiver Klimaschutz bringt Vorteile für die regionale
Umwelt und Wirtschaft. Das beweisen viele Klimabündnisgemeinden aus ganz Österreich. Neun davon werden heute von Bundesminister Wilhelm Molterer und Landesrätin Christa Gangl für die Förderung einer umweltgerechten Landwirtschaft ausgezeichnet.

Von der Biomassenutzung durch Fernwärmeanlagen über Biogasanlagen bis hin zu Biobauernmärkten und findigen Vermarktungsinitiativen von hochwertigen und gesunden Lebensmitteln - am ersten Tag des 9. Österreichischen Klimabündnistreffens in Schwaz in Tirol dreht sich alles um Möglichkeiten und Chancen von Gemeinden, durch Förderung einer umweltgerechten Landwirtschaft zum Klimaschutz beizutragen. An die 150 Vertreter von Klimabündnisgemeinden und Umweltvereinen aus ganz Österreich haben sich heute zur Auszeichnung der Vorbildinitiativen und zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch in Schwaz in Tirol eingefunden.

Hervorgegangen sind die neun Siegergemeinden Schlierbach (OÖ), Waidhofen a. d. Ybbs (NÖ), Region Villach, Auersbach (ST), Steinbach a. d. Steyr (OÖ), Kuchl (S), Lienz (T), Salzburg Stadt und St. Pölten aus dem jährlichen Gemeindewettbewerb von Klimabündnis Österreich, der heuer unter dem Titel "Klimaschutz in der Landwirtschaft" ausgeschrieben wurde. (Die Würdigungstexte der Jury zu den einzelnen Preisträgern finden Sie weiter unten.)

Umwelt- und Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer würdigte im Rahmen der Preisverleihung das Engagement der ausgezeichneten Gemeinden und die hohe Qualität der eingereichten Projekte. "Die Beispiele zeigen, dass Landwirtschaft und Klimaschutz keine Gegensätze sind, sondern die Landwirtschaft einen wesentlichen Beitrag zur Senkung der Treibhausgase und damit zur Einhaltung des Kyoto-Zieles leisten kann. Das hat auch Eingang in die nationale Klima-Strategie gefunden, die derzeit zwischen Bund Ländern und Gemeinden akkordiert wird." Molterer hob die entscheidende Rolle einer ökologisch orientierten Landwirtschaft bei der Verringerung insbesondere der Treibhausgase Methan und Lachgas hervor und betonte die Schlüsselrolle der Gemeinden im Klimaschutzprozess: "Durch die Nähe zum Bürger können auf kommunaler Ebene mit Projekten wie dem "Klimaschutz in der Landwirtschaft" wirkungsvolle Beiträge zum Kyoto-Ziel geleistet werden."

Umweltlandesrätin Christa Gangl zeigte sich besonders erfreut, dass sich unter den Preisträgern auch eine Tiroler Gemeinde befindet:
"In Lienz wird 2001 die größte Biomasseanlage Österreichs errichtet. Das Heizkraftwerk soll die gesamte Stadt mit Wärme versorgen, gleichzeitig wird Strom für 1500 Haushalte erzeugt. Damit wird die regionale Luftsituation im Lienzer Talboden spürbar entlastet. Die Biomasseanlage und auch der neu gegründete Stadtmarkt Lienz sind nicht nur ein großer Schritt für den Umwelt- und Klimaschutz, sondern auch ein wesentlicher Impuls für die regionale Wirtschaft und hier insbesondere auch für die Landwirtschaft."

Das Klimabündnis ist eine globale Partnerschaft zum Schutz des Weltklimas zwischen über 1000 europäischen Städten und Gemeinden und den indigenen Völkern der Amazonas-Regenwaldgebiete. In Österreich haben sich dem Klimabündnis bisher rund 350 Städte und Gemeinden sowie acht der neun Bundesländer angeschlossen. Die Mitglieder haben sich mit ihrem Beitritt verpflichtet, ihre Kohlendioxidemissionen bis 2010 um 50 Prozent zu reduzieren sowie einen Beitrag zum Erhalt des überlebenswichtigen Regenwaldes zu leisten. Den globalen Zusammenhang des Klimabündnisses repräsentiert auf der Veranstaltung auch eine Indianerdelegation aus dem Amazonasgebiet, die über den Stand des von den österreichischen Klimabündnismitgliedern unterstützten regionalen Entwicklungsprogramms berichten wird.

DIE PREISTRÄGER
Würdigungstexte der Jury

Mit den folgenden Worten wurden die Leistungen der Gemeinden für den Klimaschutz auf der Auszeichnungsveranstaltung gewürdigt.

Kategorie 1 (Gemeinden bis 5.000 EinwohnerInnen)

Hauptpreis: Schlierbach/OÖ

Die Jury möchte besonders das vorbildliche Engagement der Gemeinde Schlierbach um eine umweltgerechte bäuerliche Landwirtschaft hervorheben. Bei der Umsetzung dieser Idee bemüht sich die Gemeinde um die Berücksichtigung der verschiedensten Ansätze: Neben dem Schlierbacher Bauernmarkt wurde eine eigene Hofmarke gegründet sowie eine Initiative zur Bewusstseinsbildung gestartet. Die Biomasse-Nahwärme-Versorgung erzeugt klimafreundliche Wärme.

Sonderpreis der Jury: Auersbach/ST

Besonders beeindruckte die Jury die Biogasanlage im Ortszentrum. Die nicht alltägliche Lage der Anlage zeigt, dass die Akzeptanz bei der Gemeindebevölkerung für derartige Projekte sehr hoch ist. Die zu Grunde liegende Idee einer umweltgerechten Kreislaufwirtschaft sind in Auersbach für die Bevölkerung nicht nur Schlagworte, sondern Elemente des "Auersbacher Weges".

Sonderpreis der Jury: Steinbach a. d. Steyr/OÖ

Neben der Biomasse-Nahwärmeversorgung und dem ökokulturellen Modellbetrieb für biologischen Landbau hat Steinbach auch durch seine Förderung von lokalen Spezialitäten gepunktet. Durch heimische Spezialitäten wie das Steinbacher Dörrobst und die Natursäfte wird die Entwicklung einer eigenen Identität in der Landwirtschaft gefördert. Die Direkt-Vermarktung sämtlicher Produkte der Bauern ist durch den "Lebensmittelpunkt" - dem regionalen Lebensmittelgeschäft -gewährleistet.

Kategorie 2 (Gemeinden von 5.000 bis 15.000 EinwohnerInnen)

Hauptpreis: Waidhofen a. d. Ybbs/NÖ

Die "Biohauptstadt Niederösterreichs" hat die Jury durch eine Vielzahl vorbildlicher Aktivitäten beeindruckt. Dazu gehören die Biomasse-Fernwärme-Anlage, eine Kompostieranlage genauso wie die Förderung der biologischen Landwirtschaft durch den Bauernmarkt und Bioladen sowie Biobuffets. Als Erfolg kann die sehr hohe Dichte an Biobauern gewertet werden.

Sonderpreis der Jury: Kuchl/S

Der Gemeinde Kuchl möchte die Jury zu den 77 überprüften und zertifizierten Biobetrieben gratulieren. Darüber hinaus werden alle gemeindeeigenen Gebäude sowie zahlreiche Privatwohnungen durch ein Biomasse-Heizwerk versorgt, auch das benötigte Hackgut kommt aus den umliegenden Wäldern oder Betrieben. Damit wird eine Einsparung von 600.000 l Heizöl pro Jahr möglich.

Sonderpreis der Jury: Lienz/T

Im Rahmen des umfassenden Energieprojektes der Stadt Lienz ist das größte Biomassewerk Österreichs in Planung. Die Abnahmeverträgen sind zu Großteil schon abgeschlossen, die Inbetriebnahme erfolgt im Herbst 2001. Durch das Projekt "Lienzer Stadtmarkt" unterstützt Lienz die bäuerliche Direktvermarktung und stärkt die Nahversorgung im Zentrum.

Kategorie 3+4 (Gemeinden/Städte über 15.000 EinwohnerInnen od.Bundesländer)

Hauptpreis: Region Villach/K

Die Regionalkooperation Villach wurde von der Jury ausgewählt, weil es sich bei dem Projekt um ein vorbildliches Beispiel für die Stärkung regionaler Möglichkeiten durch einen überregionalen Zusammenschluss handelt. Die teilnehmenden Gemeinden punkteten dabei durch ein sehr dichtes Netz an Biomasseanlagen genauso wie durch den Einsatz von Biolebensmitteln in der kommunalen Beschaffung sowie durch Biobauernmärkte.

Sonderpreis der Jury: Salzburg Stadt/S

Die Stadt Salzburg fördert die heimischen Biobauern und bietet die Möglichkeit zur Direktvermarktung. Darüber hinaus beeindruckte die Jury das Ökoprogramm zum Arten- und Ressourcenschutz, das einen wichtigen, übergeordneten Themenbereich anspricht. Teil davon ist die Förderung von Düngeverzicht sowie ein Waldpflegeprogramm. Diese erfolgreiche Umsetzung von ökologischen Leitbildern in der Landwirtschaft sind gerade für eine Stadt vorbildlich.

Sonderpreis der Jury: St. Pölten/NÖ

St. Pölten wurde von der Jury für die innovative Idee zur Gülleaufbringung mit einem Sonderpreis bedacht. Hierbei handelt es sich um ein ganz spezielles Problem, für das ein Lösungskonzept entwickelt wurde, das wegweisend für zahlreiche andere Gemeinden sein kann. Gerade diese Konzentration und umfassende Bearbeitung dieses scheinbar kleinen Bereiches fand die Begeisterung der Jury.

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