Faymann: Energieeinsparungsprogramm hilft Mietern sparen

Heuer 770 Millionen Schilling für die thermische Sanierung von 23.000 Wohnungen

Wien, (OTS) "Durch das Energieeinsparungsprogramm für Mieter im Rahmen der Stadterneuerung konnten bereits im ersten Jahr mehr als zehn Prozent der energieverschwendenden Bauten der 50er-,
60er- und 70er-Jahre saniert werden. Für 23.000 Mieterinnen und Mieter bedeutet das eine Energiekosteneinsparung von durchschnittlich jeweils 5.000 Schilling pro Heizsaison allein im heurigen Jahr. Das sind insgesamt 115 Millionen Schilling. Die Umwelt der Stadt Wien wird dadurch jährlich von 40.000 Tonnen CO2-Schadstoffausstoß entlastet. Um dieses Programm zu realisieren, mussten die für heuer geplanten Mittel von 400 Millionen auf 770 Millionen aufgestockt werden, bilanzierte Wohnbaustadtrat Werner Faymann Dienstag im Pressegespräch des Bürgermeisters.****

Die thermische Wohnhaussanierung (Thewosan) ist seit ihrer Einführung zu Beginn des heurigen Jahres ein voller Erfolg. Ursprünglich waren für heuer 400 Millionen Schilling an Förderungsmitteln dafür vorgesehen. Tatsächlich stellt die Bundeshauptstadt bereits 770 Millionen Schilling dafür zur Verfügung. 131 Anträge für die thermische Sanierung von Wohnhausanlagen der 50er, 60er und 70er Jahre mit einem Investitionsvolumen von 2,634 Milliarden Schilling wurden bereits positiv erledigt. 23.000 Wohnungen werden dadurch thermisch
saniert. 3.500 Arbeitsplätze werden dadurch gesichert. Weitere 77 Anträge mit 12.000 Wohnungen werden gerade bearbeitet und sind jetzt bereits für das kommende Jahr vorgesehen. Dank der beschlossenen Änderung des Wohnbauförderungsgesetzes ist es der Stadt Wien gelungen, einen spürbaren Beitrag zum Umweltschutz und zur finanziellen Entlastung der Mieter zu leisten.

Das Einsparpotential ist für die Mieter enorm. Ein wärmegedämmtes Wohnhaus verbraucht im Durchschnitt um 50% weniger Energie für Raumwärme als ein Haus ohne thermischer Fassade und hat dadurch deutlich geringere Heizkosten. In einer durchschnittlichen Wohnung mit 70m² erspart die Wärmedämmung dem Mieter jährlich zwischen ÖS 4.000 und ÖS 5.000. Angesichts der Energiesteuererhöhung und Rohölkostensteigerung der letzten Monate ist diese Tatsache von besonderer Bedeutung.

Der Heizwärmebedarf der zur Förderung empfohlenen Projekte liegt vor der Sanierung im Durchschnitt bei 100 kWh pro Quadratmeter, in Einzelfällen sogar bei 200. Das ist fast der dreifache Wert des Standards eines Niedrigenergiehauses, also
jedes neu errichteten Wohnhauses in Wien. Thewosan-sanierte Häuser haben nur mehr den 1,25fachen Heizwärmebedarf eines Niedrigenergiehauses.

Thermisch-Energetische Wohnhaussanierung

Rund 300.000 Wohnungen in Mehrwohnungsbauten aus der
Bauperiode 1945 - 1980 gibt es in Wien. Bisher hat sich die Stadt mit ihren Förderungen auf die Verbesserung der besonders alten, schlecht ausgestatteten Wohnhäuser konzentriert. Daher wurden erst bei rund 30% dieser "neueren" Wohnungen Sanierungsmaßnahmen gesetzt. Für rund 220.000 Wohnungen wird erst eine thermische Sanierung deutliche Verbesserungen bringen.

Die neue Förderung sieht einen einmaligen Zuschuss zu den Investitionskosten in der Höhe von ÖS 400 - ÖS 800 je m² Wohnnutzfläche, maximal jedoch ein Drittel der Kosten vor. Die Staffelung des Zuschusses ist abhängig von Art und Umfang der Sanierungsmaßnahmen, sowie der erreichbaren Energie- und Emissionseinsparung. Je höher die Energieeinsparung umso höher auch der mögliche Zuschuss. "Thewosan" versteht sich als zusätzliches Mittel zum derzeitigen Sanierungsbudget, das bisher nur für Bauten mit Kategorie C und Kategorie D zur Verfügung steht.

Die zusätzlichen positiven Aspekte der thermischen Sanierung der Nachkriegsbauten:
bisher konnten Energiesparfassaden oft nur durch Mietzinserhöhungsverfahren nach § 18 MRG bzw. § 14 WGG finanziert werden. Durch die Förderung wird der finanzielle Aufwand der
Mieter reduziert. 38 % des österreichischen Energiebedarfs, wird für Raumwärmebereitstellung aufgewendet. Viele nach 1945 errichteten Wohnbauten gehören zu den größten "Energiefressern". Beschäftigungsimpulse: Impuls für Bauwirtschaft und Baunebengewerbe, tendenziell in kleineren und mittleren
Unternehmen, die im Wärmedämmungsbereich vorherrschend sind.

Wien leistet seinen Beitrag zur Erfüllung des Kyoto-Ziels

Österreich hat sich mit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls (bzw. mit der EU-internen Aufteilung der Reduktionsverpflichtung) dazu verpflichtet, bis zur Zielperiode
2008 bis 2012 seinen Ausstoß an Treibhausgasen (CO2, CH4, N2O, H-FKW, PFKW und SF6) um 13 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren. Damals lagen die Emissionen bei etwa 77 Millionen
Tonnen CO2-Äquivalent, sie haben sich auf rund 80 Millionen Tonen im Jahr 1998 erhöht.

Am 5. November 1999 hat die Stadt Wien das
Klimaschutzprogramm beschlossen, in dem die thermische Sanierung eine entscheidende Rolle spielt. 100.000 Wohnungen aus den 50er-, 60er- und 70er-Jahren sollen im Zeitraum von 2000 bis 2010
thermisch saniert werden. Daher wurde auch das Thewosan-Programm initiiert. Die bisher beschlossenen 23.000 Wohnungen bedeuten,
dass bereits im ersten Jahr fast ein Viertel dieser 100.000 Wohnungen thermisch saniert werden. Das heißt: 40.000 Tonnen CO2-Ausstoß weniger. Damit übertrifft die Stadt Wien ihre eigenen Vorgaben deutlich.

Mit der erfolgreichen Thewosan-Offensive setzt die Stadt Wien nicht zum ersten Mal ökologische Standards: Erst im Vorjahr hat
sie mit dem Verzicht auf Baumaterialien mit halogenierten Kohlenwasserstoffen bei allen Wohnbauprojekten, die mit Förderungsmitteln der Stadt Wien errichtet werden, einen sehr wirkungsvollen Schritt gegen den Treibhauseffekt gesetzt.

Allein diese Maßnahme erzielt bezüglich des Treibhauseffekts dieselbe Wirkung wie der Verzicht auf 250.000 Autos. Würde der gesamte Hochbau (Schulen, Kindertagesheime, Amtshäuser, Bürogebäude) mit diesen Vorgaben der Stadt Wien mitziehen, könnte dieser Effekt sogar fast verdoppeln werden.

Der geförderte Wohnbau hat durch Bauträgerwettbewerbe und den Grundstücksbeirat eine Vorreiterrolle im Umweltschutz übernommen. Es wird durchwegs Niedrigenergiestandard erreicht, alle Projekte verfügen über Einzelwasserzähler, Solarenergie wird immer stärker genutzt. Ebenso sind Systeme der Abwasser- und
Abluftrückgewinnung, Wärmepumpen, Brauchwassersysteme und Dachgärten immer öfter in geförderten Wohnbauprojekten zu finden.

Eine logische Fortsetzung dieser Politik ist der Verzicht auf Baumaterialien, die Stoffe enthalten, die massiv zum menschlich verursachten Treibhauseffekt beitragen. (Schluss) gmp

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