Patentanträge auf Schweinemensch zurückgezogen

Greenpeace-Aufdeckungen führen zum Einlenken der Gen-Firmen

Wien/München (OTS) - Die Gentechnik-Firmen "Stem Cell Sciences" (SCS) und "Biotransplant" haben auf die Aufdeckung der Patentanträge für menschliche Embryonen und Mensch-Schweine-Mischwesen durch Greenpeace reagiert und sämtliche Ansprüche auf menschliche Embryonen zurückgezogen. "Dieser Fall sollte als Warnsignal an die Politik verstanden werden, weil er aufzeigt, dass Patente auf menschliches Leben nach dem derzeitig gültigen Patentrecht jederzeit möglich sind", sagte Greenpeace-Gentechnik-Experte Thomas Fertl. Greenpeace forderte heute Bundesminister Schmid auf, sich unverzüglich auf EU-Ebene für eine Neuverhandlung der umstrittenen Patent-Richtlinie einzusetzen.

Die Firmen weisen darauf hin, dass sie Patente auf menschliche Embryonen ablehnen. "Wir unterstützen die Position von Greenpeace in dieser Frage", heißt es in einer Stellungnahme der SCS. Beide Firmen wollen nun ihre Anträge entsprechend verändern. Greenpeace begrüßt den Rückzug der Antragsteller. "Erstmals gestehen kommerzielle Firmen ein, dass solche Ansprüche zu weit gehen. Der Rückzug der beiden Firmen vom Anspruch auf menschliche Embryonen ist ein guter Anfang", so Fertl. Greenpeace vertritt die Position, dass es kein Patent auf Leben geben darf.

Greenpeace hat am 5. Oktober den Patentantrag der Firmen SCS und "Biotransplant" veröffentlicht. Darin wurde ein Europa-Patent für die Klonierung von Embryonen beantragt - einschließlich menschlicher Embryonen sowie Mischwesen aus Mensch und Schwein. Sowohl die erzeugten Lebewesen als auch deren Nachkommen wie auch die Genmanipulation waren Gegenstand des Antrages.

Der Vorfall hat gezeigt, dass das akutelle Patentrecht viele Schlupflöcher für die Patentierung von menschlichem Leben aufweist. So ist etwa das "therapeutische Klonen" vom Verbot ausgenommen. In Europa gibt es bereits mehrere Patente auf menschliche Embryonen, darunter auch das Patent für das Klon-Schaf "Dolly", das auch das Klonen von menschlichen Embryonen beinhaltet. "Das aktuelle europäische Patentrecht läßt solche Patente leider zu. Das muss sofort geändert werden!", forderte Fertl. Greenpeace hat heute Bundesminister Schmid in einem Schreiben aufgerufen, sich auf EU-Ebene unverzüglich für eine Neuverhandlung der umstrittenen Patentrichtlinie einzusetzen", sagte Fertl abschließend.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Greenpeace-Gentechnik-Experte,
tel. 01-5454580-24
MMag. Franko Petri, Pressesprecher,
tel. 01-5454580-29 oder 0676-5147246

Mag. Thomas Fertl,

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP/OTS