AK Tumpel: Regierung lässt Lehrstellensuchende im Stich

Nur 2.000 Lehrgangsplätze für 4.000 Jugendliche, die im Betrieb keine Lehrstelle finden

Wien (AK) - Die Regierung will die Hälfte aller Jugendlichen im Stich lassen, die heuer keine Lehrstelle finden: 4.000 Jugendliche werden nach Schätzung der AK ExpertInnen ab November einen Ausbildungsplatz in den 10-monatigen Lehrgängen brauchen, mit denen die Regierung das bisherige Auffangnetz ersetzt - aber die zuständige Projektgruppe von Wirtschafts- und Bildungsministerium hat nur 2.000 Plätze genehmigt. AK Präsident Herbert Tumpel verlangt dringend Nachbesserungen: "Wenn die Unternehmer zu wenige Lehrstellen anbieten, muss die Regierung mehr Lehrgangs-Plätze schaffen. Wir brauchen aber auch dauerhafte Lösungen: überbetriebliche Ausbildung, wieder Lehrlingsstiftungen und eine Berufsfachschule." Die so genannte Vorlehre ist für Tumpel keine Lösung: "Das ist eine Bildungssackgasse, die den Jugendlichen nichts bringt." ****

Österreichweit kommen derzeit 3 Lehrstellensuchende auf eine offene Lehrstellle: Über 10.000 Jugendliche brauchen noch einen Ausbildungsplatz - 4.900 sind als "sofort verfügbare" Lehrstellensuchende gemeldet, 3.000 besuchen noch einen kurzen Überbrückungskurs, 2.600 sollen aus dem bisherigen Auffanetz zur Jugendausbildung in Lehrlingsstiftungen und Berufslehrgängen auf Lehrstellen im Betrieb vermittelt werden. Für alle zusammen sind nur noch 3.000 offene Lehrstellen in den Betrieben gemeldet. Aufgrund dieser Zahlen schätzen die AK ExpertInnen, dass mindestens 4.000 Jugendliche einen Platz in den 10-monatigen Lehrgängen brauchen, die der Ersatz für das bisherige Auffangnetz sein sollen. "Diese Jugendlichen lässt die Regierung jetzt im Stich", kritisiert Tumpel. "2.000 Lehrgangs-Plätze sind zu wenig, wenn die Unternehmer nicht mehr Lehrstellen schaffen."

"Die Regierung muss dringend nachbessern und mehr Lehrgangs-Plätze schaffen", verlangt Tumpel. Außerdem verlangt er endlich "dauerhafte Lösungen" - immerhin haben die Unternehmer bereits zum dritten Mal nicht genug Lehrstellen geschaffen. "Wir brauchen überbetriebliche Ausbildung, zum Beispiel Ausbildungsverbünde mehrerer Betriebe einer Branche, wieder Lehrlingsstiftungen und auch eine Berufsfachschule." Die so genannte Vorlehre ist für Tumpel keine Lösung: Dabei lernen die Jugendlichen in bis zu drei Jahren nur den Inhalt des ersten Lehrjahrs und haben keinen Abschluss. "Das ist eine Bildungssackgasse", sagt Tumpel.

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