BASELITZ - Im Walde von Blainville - Malerei 1996 - 2000

Wien (OTS) - Pressekonferenz 10.10.2000, 11.00 Der Künstler ist anwesend

Vernissage 10.10.2000, 19.30
Shuttlebus 10.10.2000, 19.00 und 20.00 von der Oper, Operngasse 4 zur Sammlung Essl

Von 10.10.2000 bis zum 28.01.2001 zeigt die Sammlung Essl eine Ausstellung mit neuen, noch nicht gezeigten Werken des deutschen Künstlers Georg Baselitz. Die Schau umfaßt rund 80 Arbeiten -großformatige Ölbilder und Papierarbeiten, wobei der Schwerpunkt auf den letzten Jahren (1999/2000) liegt. Die Werke werden in der Sammlung Essl erstmals präsentiert.

Nach skandalträchtigen Anfängen im Jahr 1963 - "anstößige" Baselitz-Bilder wurden während einer Ausstellung von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt - etablierte sich der Maler, Bildhauer und Graphiker Georg Baselitz seit den 60er Jahren als einer der wichtigsten Neuerer der europäi-schen Kunst. Zahlreiche Ausstellungen in der ganzen Welt dokumentieren die unterschied-lichen Werkphasen des Künstlers von den "Heldenbildern" der 60er Jahre über Fingermalereien bis zu den bildhauerischen Arbeiten.

Als Georg Baselitz 1969 erstmals einen auf dem Kopf stehenden Gegenstand - im konkreten Fall einen Wald - malte, vollzog er damit eine Revolution in der Kunstgeschichte. Baselitz distanzierte sich mit seiner gegenständlichen Malerei zwar einerseits bewußt von der expres-siven Abstraktion, negierte aber gleichzeitig die traditionellen Konventionen gegenständlicher Malerei. "Ein Gegenstand auf dem Kopf gemalt, ist tauglich für die Malerei, weil er als Gegenstand untauglich ist". (Baselitz)

Durch seine Jugend in der DDR war Georg Baselitz mit der kommunistischen Bildpropaganda im Stil des sozialistischen Realismus vertraut. Inzwischen 62-jährig greift er heute mit großer Neugierde darauf zurück. An diesen Bildern interessiert Baselitz einerseits die Darstellung des typischen sowjetischen Menschen und andererseits die verschlüsselte Kritik an den herrschenden Zuständen.

Formal entfernt er sich vollkommen von den Vorlagen, der Gegen-stand wird durch die bekannte Drehung unwichtig gemacht, aber nicht, wie in den vergangenen Jahren, durch eine formale Härte 'verroht'. Die lockere Pinselsetzung, zarte Formen und leichte, fast aquarellhafte Farben sowie transparente Flächen und Muster entbinden den Gegenstand seiner bedeutungsvollen Schwere. Von seiner inhaltlichen Last befreit wird selbst ein Leninkopf zu einer zarten, impressiven Malerei.

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