Hufeisennase und Fransenfledermaus

Von 24 österreichischen Fledermaus-Arten leben zwanzig in Wien - Fledermauskundler und MA 22 für Schutz der stark gefährdeten Fledermäuse

Wien, (OTS) Zwanzig verschiedene Fledermausarten haben ihr Quartier in Wien bezogen. Im Vergleich zu anderen europäischen Großstädten ist diese Artenvielfalt einzigartig. Die Mopsfledermaus oder die Hufeisennasen sind ebenso vertreten wie Braunes oder Graues Langohr. Am häufigsten ist der Große Abendsegler zu sehen, der an milden Adventabenden sogar am Christkindlmarkt vor dem Rathaus umherflattert. Über die Wiener Fledermauspopulation, aber auch über Maßnahmen zum Schutz der stark gefährdeten Tiere berichtet wien.at in seiner
Oktoberausgabe.

So werden etwa Taubengitter immer häufiger zur Bedrohung für Fledermäuse: Erst kürzlich mussten fast dreihundert Exemplare durch die fledermauskundliche Arbeitsgemeinschaft aus der Uni gerettet werden. Die Segler waren durch die Taubengitter eingedrungen und konnten dann nicht mehr heraus. Da es aber bei
den Gittern um den wirkungsvollsten Schutz gegen Tauben handelt,
ist es auch schwierig, Alternativen zu finden. Ein
Fledermauskundler entwickelt allerdings derzeit einen Prototyp,
der dann in einem Privathaus am Getreidemarkt getestet wird. Ist
das Projekt erfolgreich, soll diese fledermausfreundliche Variante auch öffentlichen Stellen angeboten werden.

"Erfreulicherweise haben Gespräche mit Hausverwaltungen und betroffenen Berufsgruppen wie Dachdecker oder Architekten gezeigt, dass deren Kooperationsbereitschaft hoch ist", sagt Joseph Mikocki von der MA 22. Die Umweltschutz-Abteilung hat ein eigenes Artenschutzprogramm für Fledermäuse in Hernals und Donaustadt ausgearbeitet. Zusätzlich soll das Bewusstsein der Menschen für die geräuschlosen Flieger sensibilisiert werden. Zwar sind frühere Vorurteile von flatternden Blutsaugern, die sich im Haar der Menschen verfangen, kaum noch zu hören. Der richtige "Umgang" mit den Tieren ist aber nur wenigen bewusst: Der beste Schutz für Fledermäuse ist immer noch die Erhaltung ihres Lebensraumes.
Obwohl die Fledermäuse mitten im Stadtgebiet leben, sieht man sie kaum. Nur wer genau beobachtet, kann zum Beispiel in der Peterskirche einige Tiere entdecken, die sich in geeigneten
Nischen zum Überwintern einnisten.

Die Fledermäuse kehren auch immer wieder zu den selben Plätzen zurück. Stehen diese nicht mehr zur Verfügung, kann es zu schwerwiegenden Problemen kommen - vor allem dann, wenn so
genannte Wochenstuben betroffen sind. Dorthin ziehen sich die Weibchen zurück, um für den Nachwuchs zu sorgen. Da jede weibliche Fledermaus nur ein, maximal zwei Junge pro Jahr zur Welt bringt,
ist eine Population schnell bedroht.

Um auf die Gefahren für Fledermäuse aufmerksam zu machen, hat die MA 22 ein Video über Fledermäuse angefertigt. Der Kurz-Film kann von LehrerInnen unter Telefon 4000/882 20 ausgeliehen werden. Weiters gibt es eine Broschüre, die Lebensgewohnheiten und Schutzmaßnahmen beschreibt. Dieser "Leitfaden zum Schutz der Fledermäuse in der Großstadt Wien" ist über die LeserInnen-Hotline von wien.at, Telefonnummer 277 55, erhältlich.

Übrigens: Fledermäuse im Winterschlaf sollten nicht gestört werden. Denn während dieser totenähnlichen Starre sinken Körpertemperatur, Atmung und Herzschlag auf ein Minimum. Die angelegte Energiereserve muss bis zum Frühling reichen. Werden Fledermäuse in ihrem Schlaf gestört, ist die mühsam angelegte Reserve fort und die Tiere haben nicht genügend Energie, um nach dem Aufwachen zu überleben.

Zu den in Wien heimischen Fledermausarten zählen u.a. die Hufeisennase, die ihren Namen der einzigartigen Nase verdankt, die Fransenfledermaus und die Rauhhautfledermaus. (Schluss) wien.at

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
wien.at
Tel.: 740 32/7657-779 DW
Fax: 740 32/780 DW
e-mail: redaktion@unserwien.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK